Upolu, Teil 3, Samoa

Back in business…

Eine neue Arbeitswoche stand nun wieder für uns an und nach der tollen Zeit auf Savai‘i, war unsere Motivation eher so lala. Aber wir wollten da durch, denn das Geld, dass wir während unseres Aufenthalts in Samoa sparten, brauchten wir später noch. An diesem Tag haben wir beschlossen, den gesamten Raum mit dem Tauch-Equipment mal komplett zu putzen. Vor allem die vielen Flossen hatten das mal nötig. Dadurch verging die Zeit schnell und wir hatten vor allem auch was zu tun. Gegen Mittag waren wir mit allem fertig und so sind wir wieder mal im Coffee Bean etwas essen gegangen.

Danach ging es dann für mich ins Krankenhaus in Apia. Ich wollte einfach sicher gehen, dass bei mir keine Tollwut ausbricht und hatte daher beschlossen, mir die aktive Impfung geben zu lassen. Der Krankenhaus-Komplex war hier derart groß, dass Kathi und ich ein paar Mal von einem Ort zum nächsten geschickt worden sind. Als wir endlich im richtigen Bereich waren, mussten die Kollegen dort natürlich wieder meine Personalien aufnehmen. Wieder habe ich die 40 Tala bezahlt und dann im Wartezimmer gewartet. Kurze Zeit später hat eine Schwester wieder meinen Blutdruck, meinen Puls und den Sauerstoffgehalt in meinem Blut gemessen. Wieder war alles gut. Ich habe ihr erklärt, was mein Anliegen ist, aber sie hat mich nicht verstanden. Ein paar Minuten später durfte ich dann zu einer Ärztin, die endlich gut Englisch sprechen konnte.

Ich habe ihr mein Problem erklärt und sie hat sich erstmal bepisst vor Lachen. Warum? Nun, sie hat den kleinen Mini-Kratzer an meinem Finger gesehen und sich nicht mehr eingekriegt. Sie erklärte mir, dass es auf Samoa keine Tollwut und dass es hier auch keinen Impfstoff gibt. Tja, diesen Fakt musste ich nun akzeptieren. Natürlich hätte ich zurück nach Neuseeland fliegen können, um auf Nummer sicher zu gehen, aber ich habe ihr und auch den Informationen des Auswärtigen Amtes vertraut. Ein wenig komisch war mir dabei aber dennoch. Die Ärztin erklärte mir dann noch, dass Samoa von Gott erschaffen wurde und ich auf Gott vertrauen soll. Nun, ich bin kein religiöser Mensch, aber ich vertraute ihr. Sie machte den Eindruck, dass sie wusste, wovon sie sprach. Da hier alles ein wenig länger gedauert hatte, sind wir an diesem Tag nur noch einkaufen gegangen, um später daheim mit unserem lieb gewonnen Kater Trevor abzuhängen.

Am nächsten Tag sind wir vor der Arbeit kurz ins Coffee Bean, um für unseren lieben Pentacoso einen Geburtstagskuchen zu kaufen. Der Gute wurde an diesem Tag 22 Jahre alt und wir wollten ihm eine kleine Freude bereiten. Am Vortag haben wir die Zahl „22“ in Form von zwei Kerzen im Supermarkt gekauft, während wir an diesem Morgen zwei Muffins im Coffee Bean gekauft hatten. Wir haben die Kerzen angezündet, sie auf die Muffins gesteckt und sind damit zu Pentacoso gelaufen. Wir haben ihm auch ein kleines Happy Birthday gesungen. Der Gute war derart gerührt, dass er fast geweint hatte. Zu keiner Sekunde hatte er mit so etwas gerechnet und seine Freude war umso größer. Natürlich hatte Ted, sein „geliebter Chef“, es vergessen und ihm danach lediglich gratuliert. Tja, der Typ hat mal keine Ahnung von Personalführung. Beziehungsweise, wie man überhaupt eine Beziehung zu seinen Angestellten aufbaut. Ab dem Moment hatten wir auf jeden Fall einen großen Platz im Herzen von Pentacoso gewonnen 🙂 Zusammen hat er die Kuchen mit Ben verdrückt.

Natürlich haben wir an diesem Tag auch wieder bis mittags gearbeitet. Und plötzlich ist der Strom auf der gesamten Insel ausgefallen. Das sollte ein paar Stunden dauern, bis es wieder ging. Deswegen konnten wir an diesem Tag im Coffee Bean auch nur ein paar Sandwichs essen, da die Küche nicht benutzt werden konnte. Wir sind dann danach ins Robert Louis Stevenson Museum gefahren. Kennt ihr diesen Mann? Nein? Nun, er ist ein berühmter Autor und hat Klassiker, wie Die Schatzinsel und Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde geschrieben. Er selbst war Schotte und kam ursprünglich aus Edinburgh. Leider litt er viele Jahre an Tuberkulose. Über die Jahre hinweg verspürte Stevenson eine große Reiselust und so besuchte er im Jahr 1889 die Insel Upolu in Samoa. Hier erwarb er direkt ein großes Anwesen für gerade mal 400 Pfund, da ihm die Insel sehr gefallen hatte. Ein Jahr später siedelte er mit seiner Familie nach Samoa um. Der Plantage, die er erworben hatte, gab er den Namen Vailima. Das bedeutet „Wasser aus der Hand“. Heute ist z.B. auch ein Bier unter diesem Namen in Samoa bekannt. 1894 verstarb er hier im Alter von gerade mal 44 Jahren. Die Einwohner Samoas nannten ihn liebevoll Tusitala, was „Geschichtenerzähler“ bedeutet.

Heute können Besucher für 20 Tala das Anwesen von Stevenson besuchen. Dafür bekommt man eine Führung durch das gesamte Haus, wo größtenteils alles, so gut es eben geht, nach gebaut wurde. Das Wenigste, was man hier sieht, ist echt. Allerdings hat die Queen persönlich zwei originale Werke von Stevenson gesponsert, sodass diese hier ausgestellt werden können. Die originalen Ausgaben von Die Schatzinsel und Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde liegen hier in einer Vitrine. Es war für uns echt cool mal solche alten Bücher zu sehen. Das sieht man nicht alle Tage. Die Führung war wirklich toll und wir haben eine super Einblick in das Leben dieses Schriftstellers bekommen.

Neben dem Museum führte ein Weg auf einen Gipfel, von wo aus man einen guten Ausblick über Upolu hat. Außerdem kann man ganz oben das Grab von Stevenson anschauen. Der Aufstieg dauerte etwas mehr als eine halbe Stunde und wir haben das natürlich gemacht. Es tat gut, endlich mal wieder etwas mehr zu laufen. Es war zwar schwül und die Moskitos haben uns mal wieder aufgefressen, aber das war es wert. Oben haben wir uns ein wenig ausgeruht und die Aussicht genossen. Der Aufstieg wird übrigens von vielen Einheimischen zum Rennen benutzt. Die machen hier ihre Workouts.

Das Wetter wurde nun wieder etwas schlechter und so sind wir zurück in die Stadt gefahren. Wir trafen uns am Abend mit Pentacoso und Isaac, um ein paar Drinks zu trinken. Wir wollten ja den Geburtstag gebührend feiern. Viele Samoaner wissen leider nicht, wann sie aufhören sollen zu trinken und leider werden viele von ihnen im betrunkenen Zustand aggressiv und wollen sich prügeln. Unsere beiden neuen Freunde waren aber nicht so. Die wussten, wann Schluss ist. Wir hatten natürlich auch Ben eingeladen. Als Joe aber mitbekommen hat, dass wir mit den samoanischen Angestellten weggehen wollten, hat sie Ben kurzerhand einen Nacht-Tauchgang rein gedrückt, sodass er nicht mitkommen konnte. Was für eine blöde Kuh. Ben war sichtlich enttäuscht, konnte es aber nicht ändern. Und so haben wir zu viert ein paar Biere gezischt und ordentlich Nachos gefuttert. Wir haben die Beiden natürlich eingeladen und Isaac und Pentacoso haben sich bedankt. Wir hatten zusammen einen wirklich schönen Abend mit tollen Gesprächen…

Der nächste Arbeitstag sollte im Haus von Karin und Ted stattfinden. Kathi hatte für uns gekocht, während ich auf dem Anwesen Rasen gemäht habe. Die haben hier natürlich keine normalen Rasenmäher, sondern nur motorisierte Trimmer. Insgesamt habe ich drei Stunden gebraucht. Das war krass, denn ich musste hier einen halben Urwald vernichten. Ab und an musste ich Benzin nachfüllen und die Trimm-Kordel ersetzen. Ted hat mir natürlich mit Absicht keine Einführung gegeben, aber ich habe mir einfach ein paar YouTube-Videos angeschaut und wusste dann, wie es geht. Der denkt wohl auch, dass wir zu blöd sind, so etwas herauszufinden. Den Rest des Tages haben wir hier gechillt. Über den Tag hinweg haben wir uns mit den Kindern von den Nachbarn angefreundet. Das älteste Mädchen hatte uns gefragt, ob sie mal rüber kommen darf, um sich ein paar Blüten von einem der Büsche abzuschneiden. Wir haben sie rein gelassen und sie hat sich aus den Blüten eine Kette gebastelt, welche sie am nächsten Tag in der Schule brauchte.

Am Abend saßen wir dann mit ihrem Papa und ein paar Freunden draußen im Hof und haben ein paar Biere gezischt. Wir haben den Leuten echt Löcher in den Bauch gefragt. Vor allem wollten wir wissen, wie das Leben auf Samoa so funktioniert. Ihr müsst euch vorstellen, dass es hier so gut wie keinen Einfluss von den Industrieländern gibt. Lediglich ein McDonalds und ein Kino haben es nach Apia geschafft. Ansonsten ist hier wirklich alles noch super authentisch. Und das hat uns auch so unglaublich gut gefallen. Die polynesische Kultur spürten wir hier jeden Tag. Die Nachbarn haben uns erklärt, dass Samoaner nicht arbeiten müssen. Von Geburt an besitzen sie Land und Haus, was durch die Eltern und ihr Dorf weiter gegeben wird. Essen wird so gut es geht angebaut und wer möchte, kann hier helfen. Da macht jeder mal mit, aber niemand muss es eben tun. Und die Ernte wird dann aufgeteilt. Jedes Dorf hat einen sogenannten Chief, der sich darum kümmert, dass es allen gut geht. Die Menschen hier haben nicht viel, aber sie sind glücklich. Wie fast überall, ist die Familie das höchste Gut. Und wenn jemand doch mal arbeiten möchte, dann ist das Geld eben eine Nebeneinkunft, wovon z.B. Elektrogeräte gekauft werden können.

Meistens ist es noch so, dass die ältesten Geschwister nach Neuseeland oder nach Australien gehen, um hier eine Ausbildung zu bekommen und um hier auch zu arbeiten. Das verdiente Geld schicken sie dann zur Familie nach Samoa. Das jüngste Kind hingegen bleibt in Samoa und kümmert sich um die Eltern. Leider funktioniert das alles nicht mehr so einfach, weil das Leben in Australien und auch in Neuseeland immer teurer wird. Die Samoaner unterschätzen das gern und so bleibt kaum Geld übrig, welches sie heim schicken können. Das bringt oft viel Streit mit sich. Neuseeland hat nun eine Initiative gegründet, um die Samoaner bereits in Samoa darüber aufzuklären, was es bedeutet, in Neuseeland zu leben und zu arbeiten. Das hilft dabei mit falschen Erwartungen ins Land zu kommen. Seitdem es auch das Internet in Samoa gibt, sehen die Leute hier, was es alles sonst noch so in der Welt gibt. Und nun wollen vor allem die jüngeren Leute mehr vom Leben. Das ist eine Entwicklung, die man wohl nur schwer stoppen kann.

Und so saßen wir hier abends zusammen und haben geredet und getrunken. Die Frau des Familienoberhauptes war eine Polizistin. Als dann einer der Nachbarn etwas Gras zum Rauchen raus holte, waren wir etwas besorgt darüber. Wir dachten, dass sie das nicht sehen darf. Die Jungs meinten aber ganz cool, dass sie gerade nicht im Dienst ist und so habe ich zusammen mit den Jungs einen durchgezogen. Wir hatten wirklich einen tollen Abend zusammen. Und als wir so angetrunken und etwas zugedröhnt zusammen saßen, kamen wir natürlich auch auf das Thema „Kirche“ zu sprechen. Kurz gesagt, die Leute in Samoa fangen an das Ganze zu hinterfragen. Sie wollen mehr Transparenz darüber, wo ihr Geld hingeht. Das fanden wir natürlich klasse, denn wie bereits in unserem Artikel über Savai‘i erklärt, werden die Menschen hier in unseren Augen nur ausgenutzt und um ihr Geld betrogen. Ziemlich angedüdelt ging es an diesem Abend sehr spät für uns ins Bett.

Aufgrund des feucht-fröhlichen Abends waren wir froh, dass unsere Arbeitswoche am nächsten Tag bereits zu Ende war. Nach dem Frühstück sind wir gleich nach Apia gefahren, um das Cultural Village zu besuchen. Hier stellten einige Einheimische den Samoan Way Of Life vor. Dieser basiert auf Fa‘a Samoa, der samoanischen Sprache. Die ganze Veranstaltung ist tatsächlich kostenlos und kann von jedem besucht werden. Wir wurden hier von traditionellen Gesängen empfangen und haben uns einen Korb aus Blättern geflochten. Und so sind wir nun von Station zu Station gelaufen. Wir haben gesehen, wie eine ältere Frau Papier herstellt und dieses bedruckt, wie traditionell Umu gekocht wird (vergleichbar mit dem Hangi der Maori in Neuseeland), wie Holzarbeiten entstehen und wie die Samoaner ihre traditionellen Tattoos bekommen. Gerade dieses Thema hat uns besonders interessiert, aber leider durften wir hier keine Fotos und Videos machen.

Es gibt nur noch zwei Männer in ganz Samoa, die die traditionellen Tattoos anfertigen dürfen. Sie entstammen den einzigen Blutlinien im Land, denen das Privileg des Tätowierens obliegt. Frauen dürfen diese Tätigkeit leider nicht ausüben. Für junge Samoaner ist es eine große Ehre tätowiert zu werden. Die Tätowierungen werden dabei nicht mit einer Maschine, sondern mit einem Tattoo-Kamm, angefertigt. Dieser Kamm besteht aus unglaublich vielen Nadeln. Der Kamm wird auf die Haut gehalten und mit einen Stock klopft der Tätowierer die Nadeln in die Haut. Das ist wohl eine unglaublich schmerzhafte Prozedur. Die Motive entstehen während des Tätowierens und am Ende erzählt die Tätowierung eine Geschichte. Insgesamt müssen die Männer sechs mal zum Tätowierer, bis der Körper vom Bauch bis zu den Waden voll tätowiert ist. Jedes Mal dauert es mehrere Stunden und es ist eine Schande, wenn man während der Prozedur aufgibt. Wir waren Zeuge, wie hier gerade zwei Männer tätowiert worden sind. Das sah wirklich unglaublich schmerzhaft aus, denn gerade die Oberschenkel-Innenseiten sind beim Mann doch sehr empfindlich. Frauen lassen sich natürlich auch Tätowieren, allerdings bekommen sie nicht die gleichen Tattoos und Geschichten auf ihre Haut, wie die Männer. Sie suchen sich eher bestimmte Motive aus, die sie haben wollen.

Am Ende der Führung gab es für jeden etwas zu essen. Das Umu war nun fertig. Es gab Fisch mit Taro und Kokoscreme. Das alles war in Blättern bzw. Alufolie gewickelt und es war unglaublich lecker. Zum Abschluss wurden noch ein paar Lieder gesungen und wir haben auch etwas Geld für das Dorf gespendet. Das war für uns selbstverständlich. Natürlich ist dieses Event eine Touristen-Attraktion, aber es war wirklich gut gemacht. Wir haben einen super Einblick in die samoanische Kultur bekommen und konnten unser neues Wissen jeden Tag mit den Einheimischen vertiefen. Das war der große Vorteil unserer Zeit hier. Wir lebten mittendrin und haben dadurch das Land anders kennen gelernt, als es in einem Resort möglich gewesen wäre. Wir liebten es!!!

Nach dem Besuch im Cultural Village sind wir kurz heim gefahren, um etwas zu essen. Hier fanden wir plötzlich einen Zettel von Ted auf der Gefriertruhe. Dieser war nicht direkt an uns, aber an alle nicht-samoanischen Angestellten gerichtet. Darauf stand unter anderen, dass wir mit samoanischen Angestellten nichts trinken gehen dürfen. Des Weiteren sind auch keine Samoaner im Haus bzw. auf dem Grundstück erlaubt. Die liebe Joe hat dem guten Ted gesteckt, dass wir mit Pentacoso und Isaac essen waren und das wir ein Kind der Nachbarn auf das Grundstück gelassen hatten. Ted passte das gar nicht. Der hat Angst, dass die Samoaner zu viel trinken und am nächsten Tag nicht auf der Arbeit erscheinen. Was für ein Idiot!!! Der denkt nicht mal an den Geburtstag von Pentacoso und erlaubt uns nun nicht mit ihm etwas trinken zu gehen??? Am Arsch! Wir machen, was wir wollen. Wir taten so, als ob wir den Zettel nicht gelesen haben. Und Joe war mehr als unten durch bei uns. Was für eine falsche Frau!!! Wir merkten mehr und mehr, dass Ted und Karin hier überhaupt nicht integriert sind und wir bereits eine bessere Beziehung zu den Nachbarn und zu den Kollegen hatten, als die beiden. Das war echt unglaublich.

Wir sind zurück nach Apia gefahren und haben uns im Kino den Film John Wick 3 angesehen. Der war mega gut. Dazu gab es natürlich Popcorn. Der Eintritt hat gerade mal 15 Tala gekostet. Danach haben wir einen Fia Fia Nacht in einem der umliegenden Hotels für den gleichen Abend gebucht. Gegen 19 Uhr sind wir hier eingelaufen. Eine Fia Fia Nacht ist im Endeffekt eine Veranstaltung für Touristen, wo traditionelle samoanische Tänze aufgeführt werden. Es gibt eine Feuershow, ein großes Buffet und jede Menge Spaß. Wir saßen hier mit zwei Kanadiern, die wir bereits beim Aufstieg zum Grab von Robert Louis Stevenson gesehen hatten. Die waren ein wenig merkwürdig, aber wir hatten zusammen einen netten Abend. Die Uschi war nur etwas anstrengend. Natürlich wurde ich hier auf die Bühne geholt und musste einen Tanz aufführen. Das Resultat könnt ihr später in unserem Samoa Video sehen.

An diesem Tag mussten wir das erste Mal im Dunkeln heim fahren, was ein wenig blöd war, da die aggressiven Hunde nachts nochmal krasser unterwegs waren, als tagsüber. Und wir konnten sie auch nur schwerer erkennen. Mittlerweile hatten wir größere Steine in unserem Roller liegen, mit denen wir uns wehrten. Die haben wir wirklich täglich gebraucht. Kathi hatte immer einen Stein in der Hand, um die angreifenden Hunde abzuwehren. Es ist schon nervig, wenn man nicht nur auf den Verkehr, sondern auch auf angreifende Hunde achten muss.

Bevor ich diesen Artikel nun beende, möchte ich euch noch vom To Sua Ocean Trench erzählen. Wir haben diesen Ort am nächsten Tag besucht. Er war mit 70km relativ weit weg von unserem Dorf, doch der Besuch hat sich selbst mit den 20 Tala Eintritt gelohnt. Hier gab es zwei riesige Löcher im Boden, die durch Lavaröhren entstanden sind. Diese Löcher werden mit Meerwasser geflutet und aufgrund des Gesteins, ist das Wasser in den Löchern extrem klar. In eines der Löcher konnten wir über eine Leiter nach unten gehen, um hier zu baden. Und durch eine Lavaröhre konnten wir mithilfe eines gespannten Seils in das andere Loch rüber schwimmen. Das Ganze geht natürlich nur bei Ebbe, denn ansonsten ist hier alles geflutet. Und das Wetter muss auch passen, da das Wasser hier drin sonst eher braun ist. Wir hatten an diesem Tag riesiges Glück, denn das Wetter was super, es war Ebbe und das Wasser war glasklar. Hier sind wir eine ganze Weile geblieben und haben die Erfrischung genossen.

Danach sind wir so weit es geht in den Südosten von Upolu gefahren, um die Strände hier anzuschauen. Wir haben dabei einen wunderschönen Strand gefunden und sind hier in einem der Restaurants geblieben und haben ordentlich geschlemmt. Mittlerweile fanden wir es richtig gut, dass wir nur so wenig arbeiten mussten, weil wir dadurch in Samoa mehr anschauen konnten. Weil der Weg zurück so weit war, sind wir am Nachmittag bereits nach Hause gefahren. Auf dem Weg zurück haben wir dieses Mal einen anderen Weg, entlang der Ostküste, genommen. Dieser war wirklich atemberaubend. Upolu präsentierte sich hier unglaublich grün, bergig und mit einer tollen Aussicht. Unser Besuch beim Sopoaga Wasserfall ist zwar nicht weiter der Rede wert, aber wir haben mal einen Einblick bekommen, wie vielseitig die Insel hier doch ist. Den Eintritt dort kann man sich aber sparen.

Später in Apia ging es in den Supermarkt und dann nach Hause. Und hier hat irgendein Hund mal eben eine Menge Diesel aus einem der großen Fässer verschüttet. Das hat vielleicht gestunken. Wir hatten etwas Sorge wegen einem eventuellen Feuer, aber interessiert hat es niemandem. Ted hat sich nur bedankt, dass wir ihm Bescheid gesagt hatten, dass er auf dem Grundstück nicht rauchen sollte. Dem wäre sonst mal eben alles so richtig um die Ohren geflogen. Oh man, das war wieder unglaublich…

Savai'i, Samoa
Upolu, Teil 4, Samoa

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