Upolu, Teil 1, Samoa

Ein kleiner Albtraum beginnt…

Nach der unglaublich krassen Reise durch das mehr als verrückte Japan, war es für uns an der Zeit, mal einen Gang runter zu schalten. Wir wollten mal etwas länger an einem Ort bleiben, da wir das ewige Ein- und Auspacken unserer Rucksäcke satt hatten. Vielleicht ist das für euch schwer zu verstehen, aber das Ganze ist anstrengender, als man denkt. Und nur selten hatten wir das Gefühl, mal irgendwo für eine Weile anzukommen. Aufgrund dessen haben wir uns auf der Seite www.workaway.info registriert. Hier bieten Menschen aus aller Welt eine freiwillige Arbeit für interessierte Reisende an. Man bewirbt sich dann dort und wenn alles klappt, dann arbeitet man bei einer einheimischen Familie, ohne dabei Geld zu verdienen. Dafür sind dann aber die Unterkunft und das Essen inklusive. Der große Vorteil ist, dass man tiefer in die Kultur eines Landes eintauchen kann, was eine andere Art des Reisens ermöglicht. Und Geld spart man auch noch dabei. Die Registrierung auf der Webseite kostete uns 50 Dollar für ein Jahr. Und wir haben uns in einem Tauch-Center auf Upolu, der zweitgrößten Insel von Samoa, beworben. Betrieben wurde das Center von Ted und seiner Freundin Karin, zwei Australiern. Wir wollten hier knapp drei Wochen verbringen. Der Plan war, dass wir fünf Tage pro Woche für vier Stunden arbeiten. Aber es sollte alles anders kommen, als gedacht.

Samoa ist ein unabhängiger Inselstaat in Polynesien. Er umfasst allerdings nur den westlichen Teil der Samoa-Inseln, weswegen es auch lange Zeit Westsamoa hieß. Der östliche Teil heißt Amerikanisch-Samoa und gehört als Außenstelle zu den USA. Seit 1962 gibt es hier eine parlamentarische Demokratie. Das Staatsoberhaupt wird alle fünf Jahre gewählt. Einen König gibt es hier, anders als auf Tonga, nicht. Auch Deutschland hat eine interessante Historie mit Samoa, auf die wir hier aber nicht zu stark eingehen wollen. Nur, dass es von 1900 bis 1914 eine deutsche Kolonie war. Man merkt es vor allem an den Namen, die einige Leute hier haben. Spontan fällt mir da ein Mann namens Bismarck ein. Und die Währung in Samoa heißt Tala. Einige meinen, dass es von dem deutschen Taler kommt, aber anscheinend soll es vom neuseeländischen Dollar abstammen. Warum, erschließt sich uns leider nicht.

Da unser Abflug in Tokio erst um 22 Uhr war, mussten wir noch einen ganzen Tag hier mehr oder weniger abhängen. Während ich die ganze Zeit im Hostel verbracht habe, um ein paar Berichte zu schreiben und ein paar interessante Ausflugsziele für Samoa recherchiert hatte, ist Kathi nochmal los gezogen, um sich etwas anzusehen. Sie ist ein wenig durch die Stadt gelaufen, um die berühmte Statue von Godzilla zu sehen. Wer kennt nicht dieses japanische Film-Monster? Nun, eigentlich ist es kein Monster, sondern ein Kaiju. Dieser japanische Begriff beschreibt viel mehr eine fremdartige Kreatur. Das Wort „Monster“ ist in diesem Kontext falsch, weil das negativ behaftet ist. Godzilla bzw. ein Kaiju ist eben mehr positiv oder neutral zu bewerten. Das ist ein Fakt, den die Amerikaner in ihren Godzilla-Filmen gern mal ignorieren. Eigentlich wollte Kathi noch in so ein Ferkel Café gehen, aber da dies ausgebucht war, sind wir ein letztes Mal einen Ramen in unserer Lieblings-Ramenbude essen gegangen. Danach ging es für uns mit der Keikyu Line direkt zum Flughafen. Wir haben das Thema des zollfreien Einkaufs der externen Festplatte mit dem Zoll geklärt, unsere Pasmo Card wieder abgegeben und sind dann mit Quantas über Sydney nach Auckland geflogen. Unser Gepäck war auch endlich wieder leichter. Kathi hatte nur noch um die 18kg auf dem Rücken, während es bei mir etwas mehr als 13kg waren.

Der Zwischenstopp in Sydney war etwas nervig, da wir uns beim Umstieg an der Sicherheits-Kontrolle vor drängeln mussten. Wir hätten sonst das Flugzeug nach Auckland verpasst. Wir haben nochmal eine Nacht hier verbracht, da unser Flug nach Samoa erst am nächsten Tag startete. Die Einreise in Neuseeland verlief problemlos und die Dame bei der Passkontrolle hat sich riesig gefreut, dass wir am nächsten Tag ihr geliebtes Samoa besuchen wollten. Sie hatte fast Tränen in den Augen, als wir erzählt haben, dass wir dort hingehen wollten. Unser Flughafen-Hotel hat uns kostenlos am Flughafen abgeholt und uns in unser Hotel gefahren. Wir haben schnell eine Pizza bestellt und sind danach eingeschlafen.

Am nächsten Morgen sind wir um 05:30 Uhr aufgestanden, da unser Pickup um 06:00 Uhr in Richtung Flughafen los gefahren ist. Beim Einchecken am Flughafen sahen wir bereits die ersten Samoaner. Die Typen waren natürlich ultra cool, denn jeder hat hier eine Sonnenbrille getragen. Die Sonnen am Check-in Schalter hat auch echt stark geschienen 😉 Der Schalter war ziemlich voll, was aber nicht weiter schlimm war, da wir eine Verzögerung von 30 Minuten hatten. Das ist normal, wenn es nach Samoa geht. Im Flugzeug gab es eine Warnung wegen eines tropischen Sturms, der allerdings ausgeblieben ist. Wir wurden stattdessen mit einer tollen Aussicht belohnt, die uns bereits eine Ahnung von der Schönheit der pazifischen Inseln geben sollte. Kaum ist das Flugzeug gelandet, standen die Samoaner auch schon auf, um ihre Taschen zu holen. Und das, während des Flugzeug noch rollte. Da waren selbst die Stewardessen machtlos und wir haben uns mal wieder bepisst vor lachen. Die Einreise verlief problemlos und als wir endlich angekommen sind, wurden wir von einer Band begrüßt, die ein paar lokale Lieder gesungen haben. Die hatten diese witzigen bunten Hemden an. So, wie man sich die Polynesier eben vorstellt. Da hatten wir direkt gute Laune. Karin, unsere Gastgeberin, hat uns vom Flughafen abgeholt. Wir hatten 33 Grad.

Karin wirkte auf uns etwas gestresst, da sie wie eine Wilde durch das Flughafengelände gerannt ist. Sie hat uns als erstes eine SIM-Karte gekauft, damit wir online waren und telefonieren konnten. Dann ging es mit ihrem Auto in Richtung Apia, der Hauptstadt von Samoa. Die Fahrt dauert knapp eine Stunde. Der Deal war, dass uns Ted und Karin auch etwas zu essen geben sollten. Da sie aber beide viel arbeiten, haben sie uns angeboten, dass wir unser Essen selbst kaufen und sie dafür bezahlen. Damit waren wir einverstanden. So hatten wir auch mehr Einfluss darauf, was wir essen wollten. Bevor wir in Apia angekommen sind, hat uns Karin in einen Supermarkt gefahren, damit wir gleich einkaufen konnten. Kathi wollte an einem Geldautomat etwas Geld abheben, aber das hat leider nicht geklappt. Der Automat hat ihre Kreditkarte geschluckt, was ein kleiner Schock für uns war. Das fing ja richtig gut an. Mithilfe des Geldes von Karin konnten wir aber unsere Sachen kaufen und danach hat sie uns in unser neues Zuhause gebracht. Das Haus von Ted und Karin lag in einem kleinen Dorf, etwas 10km von Apia entfernt. Von außen sah es gut aus, aber von innen war es eine echte Katastrophe, denn hier ist seit einer Ewigkeit nicht mehr geputzt worden.

Wir haben den Einkauf im Kühlschrank verstaut und Karin hat uns dann das Haus gezeigt. Man, hier sah es vielleicht dreckig aus. Unser eigenes Zimmer machte da keine Ausnahme. Da bekommt man schon Herpes, wenn man die Zustände hier nur sieht. Aber wir wollten uns nicht beschweren, denn es war ja kostenlos. Natürlich gab es hier auch einige Mitbewohner. Ein Hund namens Diver und ein Kater namens Trevor versüßten uns den Aufenthalt. Und natürlich viele Moskitos. Wir merkten schnell, dass wir ein Anti-Moskitospray aus Samoa brauchten, denn unser Zeug hat nicht geholfen. Kathi wollte sich mit Diver anfreunden, bemerkte aber schnell, dass dieser Hund viele Krankheiten hatte. Das Schlimmste waren Blutergüsse am Auge, die immer wieder aufgeplatzt sind. Daher taten wir uns schwer, den armen Kerl zu streicheln. Es brach uns das Herz, den Hund so leider zu sehen. Er humpelte noch dazu und war extrem dreckig. Karin meinte, dass er keinerlei Schmerzen hat und dass er deshalb auch nicht eingeschläfert wurde. Wir hatten dazu eine andere Meinung, aber wir wollten hier nicht gleich am ersten Tag in die Diskussion gehen. Erstmal wollten wir Vertrauen aufbauen und schauen, wie die Dinge hier so laufen.

Damit wir an diesem Tag nicht sinnlos rumhängen, hat uns Karin im Anschluss daran mit zum Tauchcenter genommen. Es hieß Aqua Samoa und wir wollten die anderen Mitarbeiter kennen lernen. Der gute Ted hat sich uns vorgestellt. Auf den ersten Blick machte er einen sehr netten Eindruck. Zwei Samoaner haben hier ebenfalls gearbeitet. Ben, ein Dive Master, und Pentacoso, der für Reparaturen und Service-Leistungen zuständig war, sollten uns hier über die Zeit sehr ans Herz wachsen. Der Eindruck vom Tauchcenter war aber eher so lala. Die Organisation war eine Katastrophe und der Aufbau der Inneneinrichtung war gewöhnungsbedürftig. Auch hier war es relativ schmutzig. Das macht vor allem auf Gäste, die tauchen wollen, einen schlechten Eindruck. Aber gut, so war es nun mal. Ein paar Koreaner, die hier gerade den Open Water Diver gemacht haben, fanden das wohl ok.

Wir haben mit ihnen gesprochen und wieder mal ein paar interessante politische Fakten erfahren. Die Koreaner waren hier, um Samoa beim Ausbau von digitaler Infrastruktur zu helfen. Dafür gibt es extra ein Programm, welches Korea ins Leben gerufen hat. Das machen die aber nicht aus Nächstenliebe, sondern aus purem Eigeninteresse. Und da Korea immer wieder in Konflikte mit Japan gerät, brauchen sie Verbündete. Es gibt also einen Deal zwischen Korea und Samoa, dass Samoa im Konfliktfall zu Korea steht. Und dafür unterstützt Korea eben Samoa. Was ein Mist, eh.

Später hat uns Ted nach Hause gefahren. Während er sich in einem Restaurant etwas zu essen gekauft hat, haben wir daheim eine Kleinigkeit gekocht. Ted hatte nicht den Anstand uns zu fragen, ob wir auch etwas wollten. Und er hat dann auch allein gegessen. Wir haben zwar versucht mit ihm ein erstes längeres Gespräch aufzubauen, aber seine Antworten fielen immer so kurz aus, dass wir irgendwann aufgegeben haben. Er fragte lediglich mich, ob ich am nächsten Tag, einem Sonntag, Interesse habe, zu tauchen. Ich sollte zusammen mit Ben einen Unterbodenschaden eines großen Lastkahns prüfen. Ich sagte „Ja“ und damit sind wir ins Bett gegangen. Verzeiht uns bitte, dass wir hier so wenig Bilder haben, aber wir waren hier mit ganz anderen Dingen beschäftigt.

Am nächsten Morgen bin ich um 07:30 Uhr aufgestanden, während Kathi noch liegen geblieben ist. Gegen 08:30 Uhr sind Ted und ich ins Tauchcenter gefahren. Ben und ich haben unsere Tauchsachen fertig gemacht und bevor es zum Lastkahn ging, hat uns Ted noch eine zweite Aufgabe gegeben. Ein anderes Boot hat in der Nähe des Strandes einen Anker verloren. Und wir sollten danach im Wasser suchen. Mit Stock und Spaten bewaffnet sind wir an die Stelle getaucht, wo der Anker ungefähr sein sollte. Wir haben auf einer Tiefe von 2,5m gebuddelt und nach etwas mehr als einer halben Stunde, sind wir auch fündig geworden. Der Anker war aber bereits so tief im Sand versunken, das wir keine Chance hatten, diesen dort raus zu bekommen. Lediglich das abgerissene Seil konnten wir frei legen.

Nun ging es für uns weiter zum Lastkahn. Falls ihr nicht wisst, dass das ist, beschreibe ich es euch mal kurz. Diese Schiffe sind unglaublich groß und dienen vor allem dem Transport schwerer Güter. Hier waren es vor allem Bagger und Container, die von Neuseeland nach Samoa gebracht werden mussten. Diese Schiffe können selbst nicht im Wasser fahren. Sie müssen von einem Schlepper gezogen oder gedrückt werden. Und dieser Lastkahn hier wog zusammen mit den Waren knapp 1000 Tonnen. Der Schlepper hatte ihn aber zu stark in Richtung Land gedrückt, woraufhin dieser über einen Formation von Steinen gerutscht ist. Und die Leute an Bord befürchteten nun, dass es ein Loch gab. Ben und ich sollten das prüfen. Der Kapitän zeigt uns die ungefähre Stelle des Schadens von oben und so sind Ben und ich das Teil Stück für Stück abgetaucht. Es war nicht einfach hier etwas zu finden, da wir zum Einen nicht viel Platz zwischen dem Meeresgrund und dem Unterboden hatten und zum anderen, weil es viele Luftblasen gab, die hier drunter hingen. Sie versperrten die Sicht und wir mussten so immer wieder alles abtasten. Die Sicht im Wasser war ebenfalls ein Problem. Wir haben nach einiger Zeit eine undichte Stelle gefunden und ich habe den Schaden mit einer GoPro-Kamera und einer Taschenlampe für den Kapitän dokumentiert. Das half ihm den Schaden einzuschätzen und weitere Schritte zu planen. Für Ben und mich war hier aber erstmal Schluss. Wir mussten auch aufpassen, dass unsere Tätigkeit an diesem Tag nicht wie Arbeit aussah, da Sonntags in Samoa nicht gearbeitet werden darf. Das Gebäude, wo das Tauchcenter drin war, gehörte auch der Kirche. Die hatten da immer ein Auge drauf.

Zusammen mit der Crew haben wir zu Mittag gegessen und der Kapitän hat sich bei uns bedankt. Es gab ein indisches Curry. Mir hat diese Aktion extrem viel Spaß gemacht, da es etwas war, was ich noch nie gemacht hatte. Und es tat gut, endlich mal wieder gebraucht zu werden. Ben und ich sind dadurch auch „näher zusammen gerückt“. Er merkte, dass er mir vertrauen kann, weil das unter Wasser sehr wichtig ist. Und ich merkte, dass er ein verdammt cooler Kerl ist. Genau das war es, was wir uns von dem Thema Workaway versprochen hatten. Nach dem Essen, sind wir zurück ins Tauchcenter und haben das Equipment gereinigt. Gegen 14:30 Uhr war ich dann wieder im Dorf bei Kathi.

Kathi war erst seit kurzem wach, da sie einfach unglaublich viel Schlaf nachholen musste. Der lange Flug von Japan nach Auckland, die kurze Nacht in Auckland und der Weiterflug nach Samoa steckten ihr noch in den Knochen. Sie sah nun entsprechend ausgeruht aus. Wir dachten nun, dass wir den Nachmittag an diesem wunderschönen Sonntag mit unseren Gastgebern verbringen können, aber weit gefehlt. Die haben einen Freund angerufen, der ebenfalls eine Tauschbasis betrieb. Zusammen mit ihm haben sie einen Ausflug mit ihren Motorrädern gemacht und uns allein daheim gelassen. In diesem Dorf konnte man rein gar nichts machen, da hier nichts war. An diesem Tag fuhr auch kein Bus und ein Moped hatten wir noch nicht. Wir fanden diese Aktion mega scheiße. Das können wir gar nicht anders sagen. Und so haben wir gekocht und Filme geschaut.

Es war unglaublich langweilig. Wir haben über die Situation hier auch lang gesprochen. Jeder von uns beiden hatte seine ersten Eindrücke mitgeteilt. Vor allem die Situation im Haus war grenzwertig. Überall war Schimmel und Dreck und von Wohlfühlen konnte hier einfach keine Rede sein. Aber aufgeben ist eben nicht unser Ding. Wir haben aber vereinbart, dass, wenn wirklich alle Stricke reißen sollten, wir hier weg gehen und uns etwas anderes suchen. Ich war aber noch guter Hoffnung, dass wir uns mit den Samoanern im Shop anfreunden, da die eben sehr cool waren. Das trieb uns beide schließlich an.

Am Abend kam es zu einer anderen unschönen Situation. Ted hat uns das Gefühl gegeben, dass er uns nicht kennen lernen will und dass er auch gar keine Zeit mit uns verbringen will. Der Kapitän des Lastkahns kam vorbei und bedankte sich für die Arbeit. Die, wohlgemerkt, Ben und ich gemacht hatten. Ted hat den guten Mann auf ein Essen und ein paar Drinks eingeladen und uns außen vor gelassen. Sie saßen sie alle auf der Terrasse und hatten Spaß, während wir in unserem Zimmer abhingen. Der Kapitän meinte noch, dass wir dazu kommen sollen, aber wir verneinten das.

Am nächsten Tag stand unser erster offizieller Arbeitstag an. Weder Ted noch Karin haben uns vorab gesagt bzw. erklärt, was es hier zu tun gibt. Also waren wir einfach mal gespannt, was passiert. Während alle anderen im Shop ihrer täglichen Aufgabe nach gegangen sind, haben wir uns Arbeit gesucht. Immer wieder haben wir gefragt, was sie machen und wie wir unterstützen können. Pentacoso hat uns auch sehr guten Input gegeben, nur Karin und Ted waren da irgendwie nicht in der Lage dazu. Die waren im Stress. Und keiner hat verstanden, warum. Glaubt uns, wenn wir sagen, dass die hier keinen Stress haben können, da die tägliche Arbeit, die es hier zu tun gab, ein Witz war. Aber hey, man kann sich auch selbst viel Stress machen. Oh Gott, da kommt eine Kunde!!! Was ein Stress!!! Die haben wir dann mal eben abgefertigt. Und dann haben wir die ganze Bude mal sauber gemacht.

Kathi hatte morgens noch mit der AMZ Bank gesprochen, denn der Automat, der ihre Karte geschluckt hatte, war von der AMZ. Die Kollegen dort haben versprochen, die Karte zu holen. Kathi konnte sie dann später abholen. Da hatten wir nochmal Glück gehabt. Der Kapitän des Lastkahns hatte das Material der GoPro inzwischen ausgewertet und beschlossen, dass das Loch von unten zugemacht werden soll. Dazu gibt es eine Art Knetmasse, die man unter Wasser benutzen kann. Die wird nach einiger Zeit hart und kann eben Löcher stopfen. Da Ben an diesem Tag frei hatte, haben Karin und ich diesen Job übernommen. Wir mussten insgesamt fünf Mal tauchen, um es zu schaffen. Erstmal mussten wir das Loch wieder finden, was schwer war, da sich die Luftblasen stark vermehrt hatten. Ich habe das Loch dann gefunden und wir haben es nach und nach zugestopft. Beim ersten Mal hatten wir den Fehler gemacht, dass wir die Masse bereits über Wasser vermengt hatte, was dazu führte, dass sie unter Wasser bereits hart war. Beim zweiten Mal haben wir eine andere Masse bekommen, die nicht gehalten hatte. Erst bei dritten Mal hat es schließlich geklappt. Es ist nicht gerade einfach, auf einer Insel wie Samoa, an so ein Material heran zu kommen. Nachdem das Loch geschlossen war, konnten die Mitarbeiter des Lastkahns, die Luke der betroffenen Kammer an Deck öffnen, um den Rest des Lochs von innen zu schließen. Hätten sie die Luke vorher aufgemacht, dann wäre das Wasser durch den Druck direkt nach oben geschossen und die Kammer wäre voll mit Wasser gewesen. Für mich war das eine tolle Erfahrung, auch wenn das Tauchen mit Karin schwierig war. Sie war einfach zu nervös und wollte das Loch „schnell“ schließen. Vor allem hat sie es immer wieder übersehen und ich musste es ihr wieder zeigen.

Während Karin und ich immer wieder im Wasser trieben, bemerkten wir, dass hier etwas Größeres im Wasser sein muss. Wir konnten es nur nicht sehen, da die Sicht so schlecht war. Wir sahen aber, dass viele Vögel und Fische im Wasser an einer Stelle waren. Da sind dann oft auch Haie am Start, die hungrig sind. Da wird einem schon mal anders, wenn man im Wasser warten muss. Nachdem ich dann wieder im Shop war und Kathi ihre Karte geholt hatte, haben wir beschlossen, ein Moped für die gesamte Zeit auf Samoa zu leihen. Man kann hier nicht viel machen, wenn man nicht mobil ist. Mit Isaac, einem Mitarbeiter von Moto Samoa, die im Tauchshop einen Verleih hatten, habe ich einen guten Deal gemacht. Normalerweise kostet ein Moped 59 Tala am Tag. Ich konnte ihn auf 40 Tala runter handeln. Das waren dann 13 Euro am Tag. Mit dem Moped sind wir los gefahren, um ein wenig die Gegend zu erkunden. Wir haben unsere SIM-Karten aufgeladen, ein paar Fitnessstudios abgeklappert und später daheim die letzte Folge der achten Staffel von Game of Thrones geschaut.

Seid gespannt, wie es weiter geht…

Tokio, Teil 3, Japan
Upolu, Teil 2, Samoa

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