Queenstown & Wanaka, Neuseeland

Alle reden immer von Queenstown, aber Wanaka ist mal sowas von geil…

Bevor es morgens für uns nach Queenstown ging, mussten wir erstmal tanken. Ihr habt ja im letzten Bericht gelesen, dass es das Benzin von Milford nach Te Anau geradeso gereicht hatte. Dadurch wussten wir aber jetzt, wie viele Kilometer wir mit einer Tankfüllung schrubben konnten. Elfriedes Tank-Anzeige war dahingehend etwas altbacken, denn die Tankanzeige wurde immer an die aktuelle Steigung oder an das aktuelle Gefälle der Straße angepasst. Das kennt man ja noch von den Autos aus den 90ern.

Von Te Anau ging es nun in das 170 Kilometer entfernte Queenstown. Die Strecke führte uns durch das Landesinnere der Südinsel. Über die Devil‘s Stairs Road ging es in einen kleinen Ort namens Arrowtown, wo wir einen Campingplatz bezogen haben. Wir wollten nicht direkt in Queenstown übernachten, da die Preise für Campingplätze hier wieder mal zu teuer waren. Es ist einer der überlaufensten Orte von ganz Neuseeland. Bekannt wurde er durch verrückte Aktivitäten, wie Bungeespringen, Fallschirmspringen und andere extreme Sportaktivitäten. Das zieht eben Leute an. Dennoch ist der Ort in einer wunderschönen Berglandschaft gelegen, was ihn dadurch als Ziel für Wintersportler im Winter attraktiv macht. In Arrowtown sind wir über einen kleinen Wochenmarkt geschlendert und sind später in einem irischen Pub gelandet. Es war ja St. Patrick‘s Day und es wurde ordentlich gefeiert. Mehr haben wir an dem Tag nicht mehr gemacht, da wir nach den aufregenden Tagen bei den Catlins und in Milford mal etwas zur Ruhe kommen wollten.

Am nächsten Tag waren wir wieder voller Energie. Nach dem obligatorischen Einkauf im Supermarkt, sind wir in die Innenstadt von Queenstown gefahren. Die Parkplatzsuche stellte eine echte Herausforderung dar, denn selbst die gebührenpflichtigen Parkplätze waren alle voll. Wir haben dann in einem kleinen Wohngebiet außerhalb des Zentrums einen Platz gefunden. Kostenlos, versteht sich. In der Nähe des Zentrums gibt es eine Hochbahn, die einen auf eine Aussichtsplattform bringt. Von hier aus kann man auch verschiedene Wanderungen machen. Einer der bekanntesten Wanderungen ist der Ben Lommond Track. Diese alpine Wanderung dauert ungefähr acht Stunden, bis man wieder zurück ist. Darauf hatten wir keinen Bock. Wir sind eben keine Wanderfreunde. Wir haben daher den Tiki Trail für uns gewählt. Hier läuft man eine Stunde von der Basisstation bis zur Aussichtsplattform nach oben. Aufgrund der Steigung ist das ebenso eine echte Herausforderung. Die Strecke ist zwei Kilometer lang und man muss 500 Höhenmeter erklimmen.

Oben angekommen, gibt es ein Restaurant mit einer Aussicht über Queenstown. Hier haben wir viel Zeit verbraucht und die Sonne genossen. Andere Leute haben hier oben verschiedene andere Dinge, wie Bungeespringen, gemacht. Man konnte auch mit Ziplines durch die Bäume rutschen oder mit kleinen Karts auf einer Rennbahn fahren. Das Ganze nennt sich hier Luge. Durch die Wanderung haben wir übrigens 40 Dollar für die Hochbahn gespart. Auf dem Weg nach oben kann man sich über das Projekt „Predator Free 2050“ belesen. Neuseeland strebt an, dass sämtliche Raubtiere, die eine Bedrohung für die einheimischen Tiere darstellen, ausgerottet werden sollen. Dazu gehören z.B. Possum, Frettchen und Marder. Die Tiere wurden in früheren Jahren durch Siedler eingeführt, da das Fell benötigt wurde. Heute sind viele Tiere in Neuseeland deswegen vom Aussterben bedroht. Darunter auch der Kiwi. Später am Tag sind wir wieder zurück zum Campingplatz und haben den Rest des Tages abgehangen.

Natürlich sollte man sich auch mal die Innenstadt von Queenstown anschauen, wenn man schon mal da ist. Sie lädt jeden zum Einkaufen ein. Es gibt jede Menge Souvenirläden, Restaurants, Bars und auch Klamottengeschäfte. Es sieht irgendwie aus, wie ein kleines bayrisches Dorf in den Bergen. Ähnlich, wie z.B. Oberstdorf. Da bekommt man gleich Lust auf Skifahren. Da Queenstown am Lake Wakatipu liegt, kann man hier auch viele Aktivitäten auf dem Wasser buchen. Der letzte Schrei ist die Fahrt mit einem Shark-Boot. Dieses sieht aus wie ein Hai, ist unglaublich schnell und kann, wie ein U-Boot, unter Wasser fahren. Die Fahrt kostet 150 Dollar und dauert keine halbe Stunde. Andere Leute haben sich hier ein Mountainbike ausgeliehen, um damit eine Downhill-Strecke zu fahren. Da wird man ebenfalls knapp 100 Dollar pro Tag ärmer. Ein weiteres Highlight war der singende Hund namens Happy im Zentrum der Stadt. Das Herrchen hat ein Lied gesungen und der Hund hat fröhlich mit gejault 🙂 Der Reiseführer Lonely Planet erwähnt ein Restaurant ganz besonders. Es heißt Fergburger und soll die besten Burger überhaupt haben. Nun, die Schlange hier war immer lang, aber wir haben ihn ausgelassen. Der Burger sah unspektakulär aus und die meisten Leute meinten, dass er nichts besonderes ist. Aber jeder macht es, weil es im Lonely Planet, der Reise-Bibel überhaupt, steht.

Nach dem Mittag sind wir aus der Stadt raus gefahren, da es uns bereits gereicht hatte. Wir sind in einem Ort namens Glenorchy gelandet. Dieser war ungefähr 46 Kilometer entfernt. Die Strecke war unglaublich beeindruckend, da es durch die Berge mit vielen Kurven ging. Da musste Elfriede alles geben. Und Kathi musste sich gut festhalten 😉 Die Gegend hier ist bekannt aus den Herr der Ringe Filmen. Zuerst haben wir den 45minütigen Lagoon Walk gemacht, um danach mit dem Auto über eine unbefestigte Straße nach Paradise zu fahren. Ja, ihr habt richtig gelesen. Unsere Reiseleiterin Kathi hat uns nach Paradise geführt. Dieser Ort ist so ziemlich das unberührteste Stück Land, dass wir überhaupt in Neuseeland sehen durften. Und es diente als Isengard, dem Ort von Saruman, einem der Bösewichte aus den Herr der Ringe Filmen. Zugegeben, wir haben uns Sorgen um Elfriede gemacht, als wir die Straße entlang gefahren sind, aber sie hat es mit Bravour gemeistert. Mittendrin lag noch der Diamond Lake, der mit seinem klaren Wasser für Begeisterung sorgte. Und die Umgebung hat sich darin gespiegelt. Nur die Sandflies haben uns mal wieder vertrieben.

Ganz in der Nähe gab es noch eine Brücke, wo man mit dem Auto anhalten konnte, um sich drunter zu stellen. Von hier aus hat man den besten Blick auf „Isengard“ und man fühlt sich direkt an die Herr der Ringe Filme erinnert. Es gibt hier sogar Touristen, die unbedingt alle diese Drehorte abfahren wollen. Wir haben das nur gemacht, weil es in der Nähe lag. Da wir nun nicht mehr nach Queenstown zurück wollten, haben wir beschlossen, direkt weiter nach Wanaka zu fahren. Kathi hat die Route raus gesucht und ich bin gefahren. Leider wussten wir beide nicht, dass die Strecke über einen alpinen Pass führen sollte. Das war für Elfriede und auch für unseren Tank ein echter Kraftakt. Wir waren froh, dass das Benzin hier gereicht hat. Geschlafen haben wir später auf einem sehr billigen Campingplatz in Albertown, kurz vor Wanaka. Hier war ich damals auch.

Via Instagram hatte eine Bekannte von mir den Roy‘s Peak empfohlen. Hier kann jeder kostenlos eine Wanderung auf den Gipfel des Berges Roy‘s Peak machen. Es ist die herausfordernste Wanderung überhaupt. Die Strecke geht über acht Kilometer und unglaubliche 1400 Höhenmeter. Man soll das Ganze wohl in sechs Stunden schaffen. Eigentlich sind wir keine Wanderer, aber diese Herausforderung hat uns gekitzelt. Wir wollten wissen, ob wir das schaffen können und haben am Abend vorher beschlossen, es zu tun. Frühstück und abgepackte Brote haben wir vorbereitet, damit wir nicht ganz so früh aufstehen müssen. Pünktlich um 8 Uhr morgens ging es dann für uns los. Und wir können euch jetzt schon sagen, dass es das Anstrengendste war, was wir je getan haben.

Die ganze Zeit ging es konstant nach oben und kein Meter war eben. Die Sonne ging gerade auf und so war es auch noch recht kühl. Gut, dass wir Funktionskleidung dabei hatten. Je höher wir kamen, umso beeindruckender wurde die Aussicht. Vor allem auf den Lake Wanaka. Ab einer bestimmten Höhe standen wir sogar mitten in den Wolken drin. Das war irre. Ein paar Wanderer kamen uns entgegen und sind runter gegangen. Die sind bereits in der Nacht aufgestiegen, um den Sonnenaufgang zu sehen. So verrückt waren wir nicht. Unser Ziel war einfach: ankommen!!! Und so liefen wir und liefen wir. Und so schwitzten wir und schwitzten wir. Keine Ahnung, was uns angetrieben hat, aber wir sind immer weiter gegangen. Unterwegs hat sogar ein Mädel hyperventiliert, da sie nicht mehr konnte. Also unterschätzen sollte man den Aufstieg hier nicht.

Nach ungefähr 4,5 Kilometer kam ein Aussichtspunkt, wo wir eine längere Pause gemacht haben. Wir haben uns ein paar Bananen und ein paar Nüsse rein gehauen, weil wir neue Energie brauchten. Der Körper war schon etwas am Limit. Und der Aussichtspunkt erlaubte einen ersten Ausblick auf die andere Seite des Berges. Man, das war irre und unglaublich schön. Aber die letzten 1,5 Kilometer wollten ebenfalls geschafft werden. Vor allem der letzte Kilometer versucht nochmal alles, um einen in die Knie zu zwingen. Aber zusammen haben wir es geschafft. Hand in Hand haben wir den Gipfel erreicht und bei dieser Aussicht unsere selbst gemachten Brote genossen. Selten haben sie besser geschmeckt. Laut unserem Fitness-Bericht vom Smartphone, haben wir nach dieser ersten Strecke über 3,5 Stunden insgesamt 2000 Kalorien verbrannt.

Dumm nur, dass wir diesen Weg nun wieder runter mussten. Das war stellenweise noch schwieriger, weil der Abstieg ziemlich doll auf die Knie und Gelenke geht. Da wären solche Wanderstöcke tatsächlich hilfreich gewesen. Aber 2,5 Stunden und weitere 900 Kalorien später waren wir dann wieder unten. Uns tat alles weh und wir haben den besten Campingplatz von Wanaka ausgesucht, um nur noch abzuhängen. Es gab Burger und Bier in Wanaka und wir waren sehr stolz auf uns…

Die nächsten Tage haben wir uns auf dem Campingplatz in Wanaka nur noch entspannt. Wir haben nach langer Zeit mal wieder Wäsche gewaschen, Kathi hat weiter an unserem Video über Thailand gearbeitet, ich habe einige Artikel über Australien geschrieben und zusammen haben wir unsere Steuererklärung gemacht. Ja, auch sowas muss mal sein. Da wir ja momentan auch Vermieter sind, war dabei natürlich einiges neu für uns, was uns stellenweise echt irre gemacht hat. Aber wir haben uns durch gewuselt und bekommen anscheinend einiges raus. Warum? Weil wir das letzte Jahr nicht durchgearbeitet haben und damit eben zu viel gezahlt haben. Aber ein kleines Highlight haben wir in Wanaka doch noch mitgenommen.

Es handelt sich dabei um den berühmten Baum im Lake Wanaka. Die Einwohner nennen ihn einfach nur „That Wanaka Tree“. Zugegeben, er sieht toll aus, aber es ist mehr die gesamte Umgebung, die ihn gut auf einem Foto aussehen lässt. Vor allem bei Sonnenuntergang sieht die Gegend beeindruckend aus. Wir mich persönlich war es einfach nur ein Baum im Wasser, aber viele Touristen machen da ein Riesending draus. Vor allem Chinesen.

Die Tage in Wanaka gingen wieder mal viel zu schnell zu Ende und so hieß es dann noch drei weiteren Nächten Abschied nehmen. Wir machten uns auf an die Westküste der Südinsel. Es gab ein paar Gletscher zu entdecken…

Die Catlins & Milford Sounds, Neuseeland

Ein Kommentar

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