Melbourne, Australien

Nur knapp die Australian Open verpasst…

Soooo, endlich sind wir in Melbourne angekommen. Es war die erste Großstadt, die wir auf unserer Australienreise sehen sollte. Es ist die Hauptstadt des Staates Victoria und sie erstreckt sich auf ca. 10.000km². Derzeit leben mehr als 4,2 Millionen Menschen hier. Bekannt ist Melbourne für den Federation Square, den Fluss Yarra, die National Gallery, die Australian Open und für den St. Kilda Beach. Bis zum Jahr 2018 war Melbourne die offiziell lebenswerteste Stadt der Welt. Allerdings wurde sie nun von Wien auf den zweiten Platz verdrängt. Das ergab eine aktuelle Auswertung der Zeitschrift „The Economist“. Aber wir schauen mal, wie sie uns so gefällt. Schon beim Einfahren in die Stadt, ist die berühmte Skyline nicht zu übersehen. Es fiel mir schwer, mich auf den Verkehr zu konzentrieren, so beeindruckt war ich. Ich war sogar etwas stolz hier mit unserem Campervan „Wall:E“ durchfahren zu dürfen. Kathi und ich haben uns gegenseitig „angewowt“. Sagt man das so? Also wenn man immer nur „wow“ sagt??? Keine Ahnung. Aber egal. Es war einfach nur beeindruckend.

Heute war Montag nach dem Australia Day und das bedeutet, dass die meisten Menschen eben noch frei hatten. Genau deswegen beschlossen wir, den ersten Tag in einem Outlet zu verbringen, da wir einige Sachen einkaufen mussten. Melbourne ist auch DIE Shoppingstadt von Australien und das DFO Southwarf, sie wie das Outlet hieß, war der Wahnsinn. Hier gab es alles. Wirklich alles. Und das zu mega guten Preisen. Das Problem war nur, dass unser Van nicht ins Parkhaus fahren konnte. Er war zu hoch. Aber ein paar Meter neben dem Outlet war ein offener Parkplatz, der tatsächlich nur 12 Dollar für den ganzen Tag kostete. Dieser Parkplatz war während unserer Zeit in Melbourne unser bester Freund. Nach einigen vielen Stunden des Shoppens, haben wir einen Campingplatz etwas außerhalb des Zentrums bezogen. Hier war alles cool. Allerdings ist mir hier abends ein kleines Missgeschick passiert. Beim Entfernen der SD-Karte aus Kathi ihrem Telefon, ist diese im Slot stecken geblieben. Das bedeutete, dass wir zu einer Werkstatt gehen mussten, um die auch feststeckende SIM-Karte entfernen zu lassen. Und dabei gingen leider einige Daten von der SD-Karte verloren 🙁

Am nächsten Morgen sind wir in die Werkstatt zur Reparatur der Wasserpumpe gegangen. Der Termin war auf 9 Uhr angesetzt, weswegen ich schon schlechte Laune hatte. Aber gut, es musste gemacht werden. Der Kollege hat alles geprüft und bestätigt, dass wir eine neue Pumpe brauchten. Da er keine lagernd hatte, sollten wir am nächsten Tag zum Einbau kommen. Was ein Mist, eh!!! Und so machten wir wieder einen Termin aus. Wir fuhren dann weiter in die Innenstadt. Und wie wir so fuhren, hörten wir auf einmal ein Rauschen im Hintergrund. Der Wasserhahn bzw. die Pumpe ging wieder. Der Kollege hat den Hahn offen gelassen, was wohl dazu führte, dass sich ein sogenannter „Airlock“ lösen konnte. Das hätten die einem ja auch vorher mal sagen können. Also haben wir den Termin für den nächsten Tag wieder abgesagt. Von nun an wussten wir damit umzugehen.

Weiter ging es zum Handyshop, damit wir die SIM-Karte entfernen lassen konnten. Das Ganze sollte 50 Dollar kosten und die Dame wollte noch prüfen, ob die Daten der SD-Karte gerettet werden konnten. Während dessen haben wir auf unserem 12 Dollar Parkplatz geparkt und die Innenstadt erkundet. Die Hochhäuser waren einfach nur beeindruckend. Dabei sind mal wieder viel zu viele Bilder entstanden. Wir waren am Batman Park (ja, der heißt wirklich so) und sind von dort aus dem Federation Square gelaufen. Dieser Platz ist bekannt für kulturelle und öffentliche Events, Ausstellungen sowie seine Bars und Restaurants. Man kann hier einige Zeit verbringen und einfach dem Treiben zuschauen. Das ist Unterhaltung pur.

Weiter ging es für uns auf einen Kaffee und etwas zu essen in die Degraves Espresso Bar. Das war eine Empfehlung aus dem Lonely Planet und es war richtig gut. Vor allem die Paninis. Die nächste Station war der Victoria Market. Hier ist uns vor allem die Fleisch- und Fischtheke sehr in Erinnerung geblieben. Alles sah so frisch und lecker aus. Und wir wollten am liebsten mal alles probieren. Aber wir hatten leider gerade gegessen. Dann hat uns die Dame aus dem Handyladen angerufen und erklärt, dass die Reparatur aufwendiger ist, als gedacht. Der SIM-Slot war wohl kaputt und musste getauscht werden. Und aus 50 Dollar wurden mal eben 80 Dollar. Was ne scheiße…aber es musste leider sein. Wir sind dann weiter zu einem Laden namens Culture Kings gelaufen. Hier legt den ganzen Tag ein Hip Hop DJ auf und man kann entsprechende Klamotten kaufen. Die Straße außerhalb des Ladens ist voller Graffiti. Und die sind allesamt sehenswert. Und zu guter Letzt sind wir nochmal ein wenig shoppen gegangen. Die Emporium Mall hat sich dafür gut angeboten.

Das Handy konnten wir erst am nächsten Tag abholen und so sind wir später zurück zum Campinglatz gefahren. Und ich kann euch sagen, dass das Fahren in Melbourne mal gar keinen Spaß macht. Der Verkehr ist die Hölle. Ich habe selten etwas Schlimmeres und weniger Vorankommendes gesehen, als hier. Wir mussten die Mautstellen umgehen, da diese exorbitant teuer waren. Eine Brücke kostet z.B. 17 Dollar für EINE Überfahrt. Unglaublich!!!

Am nächsten Morgen haben wir das Telefon abgeholt, die 80 Dollar bezahlt und akzeptiert, dass unsere Daten nicht zu retten sind. Es sei denn, wir sind bereit 500 Dollar oder mehr zu spendieren. Ohne Garantie. Das war nichts für uns und so sind wir in die National Gallery gegangen. Wir haben uns die Ausstellung von Julian Opie angeschaut. Dieser Künstler schafft bewegte Bilder aus bunten Pixeln, die einen gewissen Retro-Look hatten. Man wurde an Computerspiele der 80er Jahre erinnert. Mir hat das sehr gut gefallen. Bilder gibt es leider keine, da es eben bewegte Bilder waren und wir daher Videos gemacht haben. Kathi wird diese später in ihrem Australien-Video verarbeiten. Danach haben wir den Film „Factory Of The Sun“ geschaut. Der deutsche Regisseur Hito Steyerl schuf hier einen visuellen Overkill. Es wurden Aufnahmen von Drohnen, Dokumentationsvideos, Tanzvideos aus YouTube und Videospiele miteinander vermischt. Und heraus kam etwas fast surreales. Mir hat es sehr gut gefallen. Kathi fand es so lala…dafür konnte sie sich für eine Ausstellung über Mode begeistern, die bei Hunden Verwendung gefunden hat. Der Fotograf und Künstler in diesem Fall hieß William Wegman. Klingt absurd, ich weiß 🙂

Mit einem geliehenen Fahrrad ging es für uns dann an den St. Kilda Beach. Auf dem Weg dorthin, kommt man an einer Statue von James Cook vorbei. Da muss man natürlich mal kurz anhalten. St. Kilda Beach ist schon witzig anzusehen. Es ist ein Strand am Meer mitten in der Stadt. Und im Hintergrund gibt es einen Vergnügungspark mit Achterbahnen. Wir sind die Promenade entlang spaziert und haben Melbourne mal in unseren Köpfen bewertet. In uns kommt das gleiche Gefühl auf, dass wir immer in London, unserer gemeinsamen Lieblingsstadt, haben. Die Leute sind immer in Eile, laufen viel zu schnell, haben alle Kopfhörer auf oder in den Ohren und die Pubszene ist feucht-fröhlich. Auch die Gebäude, welche ebenfalls viktorianisch angehaucht sind, erinnern an die englische Metropole. Der einzige Unterschied zu London ist, dass hier das Wetter deutlich besser ist und das es einen Strand gibt 😉 Dennoch liegt London immer noch vorn. Und Perth auch 😉

Später hat es leider angefangen zu regnen und so haben wir die Räder stehen lassen und uns von einem Uber zum Parkplatz des Campervans fahren lassen. Wir sind nochmal schnell in einen Aldi einkaufen gegangen und haben abends am Campingplatz gekocht. Wir wollten am nächsten Tag weiter in Richtung Sydney fahren. Irgendwas hat uns weiter angetrieben und so gingen die Tage in Melbourne sehr schnell vorbei. Und wir müssen gestehen, dass diese Stadt wirklich sehr sehenswert ist. Wir hätten natürlich etwas länger bleiben können, aber für uns war es genug. Melbourne ist ein Muss einer jeden Australienreise. Und ich hasse es, wenn ich sowas sage 😉

Great Ocean Road, Australien
Der Weg nach Sydney, Australien

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