Hiroshima, Japan

Eine Bombe, die die ganze Welt verändert hat…

Unsere vorletzte Station in Japan sollte eine der bekanntesten Städte Japans sein. Es war Hiroshima. Wir alle wissen, was sich hier während des 2. Weltkriegs zugetragen hat. Am 06.08.1945 hat die USA hier die erste Atombombe abgeworfen. Dies geschah, weil Japan zuvor den amerikanischen Stützpunkt Pearl Harbour auf Hawaii angegriffen hatte. Die Geschichte der Stadt ist unglaublich traurig und wir wollten uns selbst ein Bild davon machen. Heute leben hier auf einer Fläche von etwa 900.000 km² um die 1,2 Millionen Menschen. Das hieß für uns, dass wir uns mal wieder in einer größeren Stadt befanden.

Nach dem Frühstück ging es für uns gegen 11 Uhr mit dem Shinkansen nach Hiroshima. An diesem Tag hat mich vor allem das Packen meines Rucksacks genervt. Es ist unglaublich, wie es einen stressen kann, wenn man nicht mal eine Woche an einem festen Ort verweilt. Das Aus- und wieder Einpacken war einfach nur noch nervig. Aber hey, wir haben uns das so ausgesucht. Im Zuge dieser Pack-Aktion kam aber ein Thema hoch, was uns schon einige Zeit beschäftigt hatte. Wir wollten unsere Rucksäcke ausmisten und einige Dinge nach Deutschland schicken. Und das hatten wir in Hiroshima vor. Nach 1,5 Stunden Zugfahrt waren wir auch schon da. Wir haben gleich das Aki Café Inn bezogen. Aufgrund der frühen Ankunft, war hier noch kein Check-in möglich. Deswegen sind wir erstmal etwas essen gegangen.

Hiroshima ist für eine besondere Art des Okonomiyaki bekannt. Anders, als in Osaka, wird hier zuerst eine Art Fladen auf dem Teppanyaki gebacken. Und die Zutaten kommen dann in diesen Fladen. Die Mutti in einem Restaurant, welches Kathi ausgesucht hatte, war unglaublich nett. Sie hat uns die Unterschiede zur Osaka-Variante sehr deutlich erklärt und uns alle Zutaten genau erklärt. Wir waren direkt begeistert von dieser neuen Variante, die nochmal deutlich besser als die Osaka-Variante war. Kathi und ich planen nun ein entsprechendes Restaurant in Deutschland zu eröffnen 😉

Danach konnten wir im Hostel einchecken und haben uns hier einen Moment ausgeruht. Den Rest des Tages haben wir genutzt, um die Innenstadt von Hiroshima etwas zu erkunden. Wir sind in einem größeren Einkaufszentrum gelandet, weil es hier drin einen Buchladen gab. Kathi wollte sich ein japanisches Kochbuch kaufen, welches sie mit nach Deutschland schicken wollte. So richtig fündig wurde sie dabei aber leider nicht. Im Kaufhaus hingen große Banner der Baseball-Mannschaft von Hiroshima. Scheinbar war dieser Sport auch hier sehr beliebt. Den witzigsten Buchtitel habe ich mal wieder gefunden. Der Titel „Hot Guys And Baby Animals“ hat mich gleich begeistert. Ehrlich gesagt habe ich mich bepisst vor lachen. Schon das Titelbild war der Knaller. Ihr könnt es in der unteren Galerie sehen. Als es dunkler wurde, haben wir beide uns mit ein paar alkoholischen Getränken eingedeckt und auf einer Parkbank irgendwo in der Stadt ein paar längere Gespräche geführt.

Wir haben dabei die letzten Monate reflektiert. Es ist schon interessant, was die Reise mit uns macht und worüber wir so nachdenken. Vor allem auch, weil wir total unterschiedlich mit der Reise umgehen. Während Kathi immer noch total tiefen-entspannt ist, bin ich ja eher ziemlich kaputt und müde. Mir fehlen z.B. mein Umfeld, meine Arbeit und die täglichen Herausforderungen, denen ich mich vor allem in der Arbeit stellen musste. Ich fühle mich manchmal auf der Reise zu nichts zu gebrauchen, weil ich einfach nicht viel zu tun habe. Kathi hingegen genießt die Reise sehr und macht sich mehr Gedanken darüber, wie es mit uns beiden weiter gehen wird. Auch dafür haben wir schon ein paar Pläne. Und es ist schön zu wissen, dass wir dabei in die gleiche Richtung gehen. Also bisher tut die Reise unserer Beziehung sehr gut, da wir mehr und mehr zusammen wachsen. Zum Abendessen gab es einen nach faulen Eiern schmeckenden Ramen bei einem älteren Mann. Ein paar Jungs, die gerade YouTube für sich entdeckt hatten, hatten uns den Laden empfohlen. Sucht mal nach einem Japaner namens Kante aus Hiroshima auf YouTube. Vielleicht finden ihr ihn ja.

Am nächsten Morgen sind wir zum Bahnhof gelaufen und haben uns hier mit ein paar leckeren Teilchen vom Bäcker eingedeckt. Unter anderem gab es eine Art Brötchen, mit einer warmen Kartoffel innen drin und etwas Mayonnaise oben drauf. Klingt komisch, war aber extrem lecker. Und satt gemacht hat es auch. Mit dem Zug sind wir in einen Stadtteil von Hiroshima gefahren, um ein sogenanntes JAF zu besuchen. Das ist das Büro der Japanese Automobile Federation. Wir haben hier für jeweils 3000 Yen unsere Führerscheine übersetzen lassen. Das sollte nur etwas mehr als eine Stunde dauern. Wir brauchten die Übersetzungen, um am Ende unserer Japan-Reise mit dem GoKart durch Tokio zu fahren. Ja, wir wollten das tatsächlich machen. Die Wartezeit haben wir uns in einem sehr urigen kleinen Café um die Ecke vertrieben. Die Besitzerin, eine ältere Dame, hatte hier eine alte und sehr interessante Art den Kaffee aufzubrühen. Mit Reagenzgläsern bewaffnet hat sie uns hier mit ordentlich Café versorgt. Und die Tassen haben uns an das alte Geschirr unserer Omas erinnert. Wir hatten hier ein tolle Zeit, auch wenn die Dame kein Englisch gesprochen hat. Dadurch dachten wir auch mal kurz, dass der Kaffee hier 10.000 Yen kosten sollte. Sie meinte aber 1.000 Yen. Der Schock saß aber 😉

Danach haben wir unsere Führerscheine abgeholt und sind weiter in Richtung des Memorial Parks gelaufen. Bevor wir aber hier rein gegangen sind, gab es noch ein schnelles Mittagessen. Wieder haben wir diese Udon-Nudeln probiert und wieder fanden wir sie nicht gut. Wir geben auf und werden das einfach nicht mehr essen. Während des Essens mussten wir uns ziemlich lange mit den Jungs von Maricar in Tokio rum ärgern. Die hatten unsere Reservierung für das Kartfahren verschlammt und wir mussten uns um einen neuen Termin kümmern. Gott sei Dank hat das noch geklappt. Es war aber unglaublich nervig mit denen zu schreiben, weil die auch nicht immer alles verstanden haben. Und das, obwohl wir mit einem Nicht-Japaner in Kontakt waren. Der Typ hatte wohl einfach zu viel geraucht.

Nachdem des Thema endlich erledigt war, sind wir in den Memorial Park gelaufen. Unsere erste Station war ein Gebäude namens Bomb Dome. Diese Atombomben-Kuppel stellt heute in Hiroshima ein Friedensdenkmal dar. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1915. Soweit wir das gesehen hatten, diente es als Ausstellungsort für Handelswaren. Wie bereits erwähnt, haben die Amerikaner am 06.08.1945 eine Atombombe, die den Spitznamen „Little Boy“ hatte, über Hiroshima abgeworfen. Die Detonation erfolgte nicht am Boden, sondern in Luft in einer Höhe von 140m. Das wussten wir gar nicht, dass die Bombe in der Luft explodiert war. Durch die Detonation brannte dieses Gebäude hier komplett aus. Der Höhe der Detonation sorgte aber dafür, dass bestimmte Strukturen des Gebäudes erhalten geblieben sind. Das Kuppeldach war hier sehr charakteristisch und daher gab man dem heutigen Denkmal den Namen Bomb Dome.

Mittlerweile gehört es zum UNESCO Weltkulturerbe. Die USA lehnen eine Anerkennung dieser Tatsache aber ab. Der Ort vermittelte uns ein Gefühl von Traurigkeit und auch von so etwas wie Ohnmacht. Beim Anschauen der Bilder, die hier hingen und beim Lesen der erklärenden Texte, lief es uns kalt den Rücken runter. Wir konnten uns einfach nicht vorstellen, wie krass diese Explosion gewesen sein muss. Und das man absolut nichts dagegen tun kann. Und vor allem konnten wir uns nicht vorstellen, was es bedeutet haben muss, so einen Abwurf-Befehl zu geben und diesen dann auch auszuführen. Was wohl im Kopf des Piloten vor sich ging? Das war alles einfach nur krass. Übrigens wurde eine weitere Atombombe drei Tage später über der japanischen Stadt Nagasaki abgeworfen. Das vergisst man bei dem Thema Hiroshima immer mal gern und daher erwähnen wir es hier mal.

Wir sind weiter durch den Park gelaufen und haben ein weiteres Denkmal gesehen, welches die barmherzige Göttin Kannon zeigte. Diese steht für die getöteten Schüler während des Anschlags. Weiter ging es für uns zum Children Peace Monument. Dieses Monument wurde 1958 zu Ehren der Schülerin Sadako Sasaki errichtet. Sie hatte den Atombomben-Anschlag überlebt, ist aber einige Zeit später an Leukämie erkrankt. Ein alter japanischer Glaube besagt, dass wenn man 1000 Origami-Kraniche bastelt, hat man einen Wunsch frei. Origami ist die eine japanische Kunst des Papierfaltens. Sadako glaubte daran und verbrachte die Zeit im Krankenhaus damit, diese Origami-Kraniche zu basteln. Leider verstarb sie im Jahr 1955 an den Folgen der Krankheit, bevor sie damit fertig war. Ihr zu Ehren wurden viele Hundert Origami-Kraniche von anderen Kindern gefaltet, wodurch sie zu einer nationalen Berühmtheit wurde. Über 3000 Schulen haben anschließend bei der Errichtung der Bronzestatue unterstützt, die wir hier heute sehen konnten.

Auf der Spitze der Kuppel konnten wir die Figur des Mädchens sehen, die den Origami-Kranich in die Höhe hält. Der Kranich symbolisiert hier die Friedensbewegung. Kinder aus aller Welt leisten auf diesem Weg Widerstand gegen den Atomkrieg. Die Inschrift „Dies ist unser Ruf. Dies ist unser Gebet. Für den Aufbau von Frieden in der Welt.“ bewegt jeden Besucher. So auch uns. An diesem Tag konnten wir eine Schulklasse dabei beobachten, wie sie hier zusammen einen Ausflugstag gestaltet haben. Zusammen haben sie gesungen und jeder Schüler durfte mal in die Mitte treten und ein paar Worte sagen. Wir haben natürlich nichts verstanden, bemerkten dabei aber die Stille und die Anteilnahme aller Menschen, die hier zusammen standen. Auch jetzt schoss mir gleich wieder der Gedanke durch den Kopf, was wohl der Pilot denken würde, wenn er dies sehen könnte.

In Gedanken sind wir weiter gelaufen, ohne dass wir viel miteinander geredet hatten. Jeder hatte wohl gerade etwas mit sich selbst zu tun. Beim Laufen sind wir anschließend zur Flamme des Friedens und zu einem Kenotaphen, einer Art Scheingrab, gekommen. Die Flamme des Friedens zeigt zwei zusammen gelegte Hände, die sich nach oben hin öffnen. In der Mitte der Hände brennt das „ewige Feuer“, welches seit 1964 nicht mehr erloschen ist. Es soll erst erlöschen, wenn alle Atombomben auf der Welt verschwunden sind. Der Kenotaph wurde 1952 erbaut und zeigt eine Liste von Opfern aller Nationalitäten, die hier umgekommen sind. Die Liste wird heute noch erweitert, allerdings nur, wenn die Angehörigen es wünschen. Im Jahr 2015 umfasste die Liste bereits 297.684 Namen. Das ist einfach nur krass!!! Wenn man durch den Kenotaphen schaut, dann sieht man die Flamme des Friedens. Die ganzen Gebilde wurden so gebaut und angerichtet, dass sie beim Durchschauen auch eine Art Rahmen für den Bomb Dome darstellen.

Unser Besuch war hier noch nicht zu Ende. So ging es für uns weiter zur National Peace Memorial Hall. Dort drinnen befand sich eine Gedenkhalle für die Atombombenopfer. Die Eröffnung dieses Gebäudes war im Jahre 2002. Es geht hier darum Erfahrungsberichte und vor allem Erinnerungen von Überlebenden zu archivieren und zu zeigen. Wir alle wissen, dass die Erzählungen von Betroffenen immer eine andere Gewichtung hat, als wenn man „nur“ etwas darüber liest. Die Erzählungen konnten wir in einem kleinen Kino anschauen. Es ist wirklich unglaublich, wie viel Leid hier über die Bevölkerung gebracht wurde. Und vor allem, wie lange die Menschen hier noch Jahre später unter den Folgen dieses Angriffs gelitten haben. Ich selbst musste da gleich an die Agent Orange Opfer in Vietnam denken, die ähnliches durch machen mussten. Auch hier waren die USA verantwortlich für die Folgen. Auf einem Touch-Bildschirm konnte man in einem Archiv nach Namen der Opfer suchen. Es wird angezeigt, ob diese Person ebenfalls ein Opfer war und in welcher Beziehung diese dann zu anderen Personen stand. Wir haben das aber nicht fotografiert.

Unsere letzte Station führte ins in das Friedensmuseum. Es wurde 1955 eröffnet und dokumentiert den Atombombenabwurf über Hiroshima. Es steht in der Nähe der Industrie- und Handelskammer, was damals das Hypozentrum der Atombombenexplosion war. Wir haben den Eintritt gezahlt und auch die Audio-Tour gebucht. Diese führte uns durch die einzelnen Stationen. Die Bilder und Zeichnungen, die wir hier gesehen haben, waren einfach nur zu krass. Daher gibt es auch dazu keine Bilder. Wir haben gesehen, wie die Haut vieler Menschen nach der Explosion einfach von den Körpern fiel. Viele haben versucht diese „aufzuheben“. Vor allem standen hier Kinder im Mittelpunkt, was das Ganze noch schlimmer machte. Auch die Geschichte über den „schwarzen Regen“ wurde erläutert.

Durch den nuklearen Niederschlag wurde der Regen hier in Hiroshima schwarz. Das kam durch den Staub und durch dunkle Partikel, die sich zu dem Zeitpunkt in der Luft befanden. Erwähnung findet das Thema u.a. kurz in Ridley Scotts Actionfilm „Black Rain“ mit Michael Douglas. Es war alles einfach so furchtbar schlimm hier. Vor allem auch die Spätfolgen in Form von Krebs und Leukämie bei Kindern (siehe Child Peace Monument). Das mussten wir danach erstmal verarbeiten. Es erging uns ähnlich wie damals bei den Killing Fields in Kambodscha. Es ist einfach nur irre, was so alles früher in der Welt los war 🙁 Übrigens war Barack Obama der erste US Präsident überhaupt, der Hiroshima seit dem Nuklearschlag besucht hat. Das war im Jahr 2016. Entschuldigt hat er sich für den Anschlag aber nicht, da die Japaner während des 2. Weltkriegs zwischen den Jahren 1941 und 1945 für den Tod von mehr als 17 Millionen Menschen verantwortlich waren.

Und so sind wir ein wenig durch die Innenstadt gelaufen. Ich selbst hatte keinen Kopf mehr für irgendwas und bin zurück ins Hostel gelaufen, während Kathi noch ein wenig die Geschäfte hier durchstöbert hat. Ich habe dann noch schnell ein großes Paket in der Post geholt und bereits meine Sachen, die ich nach Deutschland schicken wollte, zusammen gesucht. Kathi hat später das Gleiche gemacht. Schnell war das Paket gepackt und versiegelt. Und zusammen hatten wir beide mehr als 10kg weniger Gepäck. Endlich!!! Da wir letztens von dem Okonomiyaki um die Ecke so begeistert waren, haben wir beschlossen, dort nochmal zu essen. Die Mutti hat uns auch gleich erkannt. Während wir auf unser Essen gewartet haben, hat sie uns allerhand Dinge probieren lassen. So gab es eine kostenlose Miso-Suppe, eingelegte Gurken und Squids. Später am Abend haben wir uns im Hostel wieder ein paar Drinks gegönnt, um danach wieder mal Game Of Thrones zu schauen.

Der letzte Tag in Hiroshima begann mit Kathi und mir auf der Post. Wir wollten unser Paket nach Deutschland schicken und dies stellte sich schwerer dar, als gedacht. Zuerst mussten wir einen Zettel ausfüllen, auf dem wir jedes Stück, was sich im Paket befunden hat, mit dem dazugehörigen Wert angeben mussten. Das hat ewig gedauert, da wir exakt 56 Teile versenden wollten. Und da die Japaner ja Perfektionisten sind, prüfen die das auch. Also musste alles zu 100% passen. Die Werte haben wir halt geschätzt. Darin bin ich Weltmeister. Ein paar Sachen waren auch verboten. Dazu gehörten u.a. Magnete, die wir in Form von Souvenirs hatten. Und nach ungefähr 1,5 Stunden waren wir dann soweit. Die Dame am Schalter hat alles überprüft und wir haben das Paket für ca. 50 Euro nach Deutschland geschickt. Es sollte mehr als zwei Monate unterwegs sein. Wir sind jetzt immer noch gespannt, ob es tatsächlich ankommen wird. Wir halten euch dazu auch auf dem Laufenden.

Nach einem kleinen Frühstück am Bahnhof, ging es für uns zur Insel Miyajima. Die Fahrt mit der Fähre war im Japan Rail Pass enthalten, was wir cool fanden. Übersetzt bedeutet der Name „Schrein-Insel“. Die Insel ist 30km² große und sie liegt 20km südwestlich von Hiroshima. Sie ist für ihre Wildtiere, den Berg Misen, den man besteigen kann, und für den Itsukushima-Schrein bekannt. Ein Torii vor diesem Schrein, liegt während der Flut direkt im Wasser. Dadurch sieht das Torii aus, als würde es schweben. Ich muss ehrlich sagen, dass ich an diesem Tag keine große Lust auf einen Ausflug hatte, aber ich wollte auch nichts verpassen. Also sind wir zusammen los gezogen.

Sobald man auf der Insel ankommt, sieht man gleich Schilder, die einem sagen, dass man die Wildtiere hier nicht streicheln und auch nicht füttern darf. Da ahnte ich schon, dass das mal wieder für die meisten Touristen hier nicht gelten wird. Und dann wurden wir noch von einem Werbeschild begrüßt, welches auf ein Aquarium hingewiesen hatte, wo Besucher Robben, Delfine und Pinguine anschauen konnten. Da ist es mir noch mehr vergangen. Diese ganzen Aquarien sind das Schlimmste überhaupt. Erinnert ihr euch noch an Osaka? Hier gibt es ein Aquarium, wo diese Idioten sogar zwei Walhaie gefangen halten. Wie bescheuert muss man denn bitte sein??? Entschuldigt hier bitte meine Worte, aber das macht mich einfach nur sauer. Vor allem, wenn man nahezu jeden Tag auf Facebook sehen kann, wie die Delfine von den Japanern gefangen werden. Einfach nur schrecklich. Und die Menschen, die hier rein gehen, schalten dann wohl gern mal ihr Gehirn deswegen aus.

Es dauerte nicht lange und uns kamen bereits die ersten Rehe entgegen. Man konnte gleich sehen, dass sie auf Touristen los gegangen sind, die etwas zu essen in der Hand hatten. Und natürlich haben die den Tieren auch gleich etwas gegeben. Und dafür haben sie sie dann auch noch gestreichelt. Ich war innerlich wütend, aber einfach nicht in der Lage, mich drüber aufzuregen und zu schimpfen. Ich hatte das schon so oft auf der Reise gemacht, dass ich bereits aufgegeben habe. Die Menschheit ist einfach zu dumm so etwas zu kapieren. Daher resigniere ich.

Vorbei an großen Touristenmassen, sind wir zu dem berühmten Torii gelaufen. Zu unserer Zeit war hier gerade Ebbe, was aber nicht weiter schlimm war. Wir haben viele Fotos und Videos gemacht und das ganze beobachtet. Nach einiger Zeit wurde es mir hier zu viel und ich hatte einfach keine Lust mehr hier zu sein. Es gab sogar einen verdammten Starbucks neben dem Schrein. Was soll denn sowas? Das hat mich einfach nur genervt. Und es ärgert mich immer wieder, wenn ich in solche Touristenfallen rein trete. Man geht hier nur wegen diesem Torii hin. Damit man ja das PERFEKTE Bild davon aufnehmen kann. Und dann schnell auf Instagram hochladen. Weil man ja sonst nicht da war. Ätzend. Ich bin dann mit der Fähre zurück gefahren und gleich ins Hostel gegangen, um meine Birne mal klar zu bekommen. Kathi blieb noch etwas länger und hat es mehr genießen können, als ich.

Wir sind abends wieder einen Ramen essen gegangen, der irgendwie nicht so gut war. Das hatten wir in Japan eigentlich nie, aber heute sollte es wohl so sein. Kathi hat sich um mich gekümmert, damit ich wieder besser klar komme. Ich fühlte mich wirklich schlecht im Kopf und freute mich, dass wir nach Tokio mal drei Wochen an einem Ort bleiben würden. Es sollte nach Samoa gehen, wo wir auch arbeiten wollten. Aber hier ging unsere Zeit erstmal zu Ende. Am nächsten Tag stand nochmal Tokio auf dem Programm. Wir wollten endlich mit dem GoKart durch die Stadt rasen. Was können wir euch noch über Hiroshima sagen? Nun, ein Besuch lohnt sich vor allem wegen dem geschichtlichen Hintergrund. Solltet ihr daran kein Interesse haben, dann kann man diese Stadt auch auslassen und sich auf andere Städte und Gegenden in Japan fokussieren. Uns hat die Stadt ansonsten leider nicht so viel gegeben.

Osaka, Japan
Tokio, Teil 3, Japan

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