Great Ocean Road, Australien

Endlich sind wir da!!!

Endlich sind wir an der Great Ocean Road angekommen. Und das auch noch genau an meinem Geburtstag. Sollte das ein Zufall sein? Ich weiß es nicht. Wie auch immer, wir haben am frühen Morgen Warnambool verlassen und sind in Richtung GOR, wie ich die Great Ocean Road jetzt nennen werde, gefahren. Unser erster Stopp war das Cheese World in Allansford. Hier kann man jede Menge Käse probieren und natürlich dann auch kaufen. Dazu gibt es passende Weine. Da es noch sehr früh am Morgen war, haben wir den Wein mal weg gelassen und nur den Käse probiert. Was soll ich sagen, außer, dass der Käse der WAHNSINN war. Besonders lecker waren hier der Red Bellpepper Cheese (mit Paprika) und der Toffee Cheese (mit süßem Toffee), welcher sich sehr gut für ein Sandwich eignet. Außerdem konnten wir noch verschiedene Dips und Chutneys probieren. Mit vollem Magen ging es weiter auf der GOR.

Die nächsten Kilometer sollten dann etwas länger dauern, da wir gefühlt alle 5km angehalten haben. Das ging halt nicht anders, denn die GOR präsentiert hier ein Highlight nach dem anderen. Angefangen hat alles mit dem Bay Of Islands Coastal Park. Dieser erstreckt sich über 32km von Warnambool bis nach Peterborough. Aussichtspunkte sind hier die Bay Of Islands, die Bay Of Martyrs, der Three Mile Beach und Childers Cove. Wir haben uns auf die ersten beiden Aussichtspunkte konzentriert. Die Bay Of Islands präsentiert verschiedene Gesteinsformationen im Wasser, welche über viele Jahre immer mehr ausgewaschen worden sind. Wahrscheinlich gehörten diese Formationen mal zum Festland. Ich muss gestehen, dass wir sprachlos waren, als wir auf das Meer geschaut haben. Es war eine total geniale Formation von nach oben ragenden Steinen umgeben von glasklarem blauen Wasser. Sowas hatten wir noch nie gesehen und so blieben wir hier einen Moment.

Übrigens hatten uns die Einheimischen vor der GOR gewarnt. Hier sind extrem viele Chinesen unterwegs, die es leider oft nicht verstehen, auf der linken Seite der Straße zu fahren. Sie haben generell wenig Fahrpraxis und versuchen sich dann mit den großen Wohnmobilen in Australien. Aufgrund dessen kommt es hier sehr oft zu schweren Unfällen. Entsprechend achtsam waren wir dann auch unterwegs. Und ich kann euch sagen, dass wir es sofort gesehen haben, wenn ein Chinese vor uns gefahren ist. Das war erschreckend!!! Wie auch immer, unser nächster Stopp war die Bay Of Martyrs. Ähnlich wie die Bay Of Islands präsentiert sich die Bay Of Martyrs. Der Vorteil hier ist, dass man an den Strand runter gehen kann. Das ermöglicht es einem ins Wasser zu gehen und auch die verschiedenen Vogelarten hier zu beobachten. Nicht, dass wir uns dafür begeistern, aber es entgeht einem eben nicht. Die Küstenregion hier ist irre. Das Wasser ist bitterkalt und die Strömung ist sehr stark. Selbst in den vorderen Bereichen des Strandes. Hier ist immer Vorsicht geboten, da man dies schnell unterschätzen kann.

Und danach ging es wieder weiter auf der GOR. Wir fanden einen einsamen Strand, der zwei Halbinseln miteinander verbunden hatte und machten hier einen kleinen Spaziergang. Auch hier muss man aufpassen, da die UV-Strahlung in Australien extrem hoch ist. Also immer schön eincremen 😉 Denn man merkt die Strahlung aufgrund der Brise zu keiner Zeit. Dann kamen wir zu The Grotto. Auch das ist eine Art Aussichtsplattform, wo man durch eine Gesteinsformation hindurch schauen kann und das Meer sieht. Natürlich ist dies auch durch Erosion des Inlandes entstanden. Auch dieser Anblick ist beeindruckend.

Dann kam die London Bridge, eine weitere Gesteinsformation im Wasser. Allerdings gab es hier mal eine „Brücke“, welche die Formation mit dem Festland verbunden hat. Allerdings ist diese Brücke vor ein paar Jahren eingestürzt und ein paar Touristen, die noch auf der äußeren Formation standen, mussten mit dem Helikopter zurück gebracht werden. Heute sieht man eben die Formation ohne Brücke. Als letzte Station stand The Arch auf dem Programm. Dies ist ein kleiner Torbogen aus Stein, der von einem weiteren Aussichtspunkt aus gesehen werden kann. Um ehrlich zu sein, das war im Vergleich eher weniger spannend. Aber man nimmt es halt mit. Wenn man schon mal da ist 😉

Die Fahrt führte uns nun nach Port Campbell. Besser gesagt in den Port Campbell National Park, der für die Twelve Apostles bekannt ist. Das ist der Touristen-Spot überhaupt. Man sieht es gleich, denn hier war es irre voll. Sie viele Menschen wollten die Apostel sehen. Und wir waren mittendrin von Hunderten von Chinesen. Tolle Wurst. Von der Aussichtsplattform kann man hier noch die sieben verbliebenen Gesteinsformationen im Wasser sehen. Der letzte von ihnen ist im Jahre 2005 eingestürzt. Eigentlich waren es dort nie 12 Formationen, sondern weniger. Die anderen erstrecken sich viel weiter weg entlang der GOR. Aber der Name Twelve Apostles wurde dennoch über die Jahre etabliert. Aber kaum jemand hinterfragt das. Bei uns hinterließ der Name eher Kopfkratzen und Verwunderung. Verstehe das wieder einer. Die heutigen Formationen sind um die 70m hoch, was schon echt beeindruckend ist. Wir haben natürlich viele Bilder gemacht, mussten dann aber weg, da die Chinesen ziemlich genervt haben. Die rennen jeden um, um das beste Bild zu bekommen. Naja, wir waren es ja inzwischen gewohnt…

Wir sind danach zurück zum Clifton Beach gefahren, da wir aufgrund des tollen Wetters endlich mal baden wollten. Und hier war nahezu niemand anzutreffen. Das war ein Segen, kann ich euch sagen. Also haben wir unsere Handtücher in den Sand geworfen und sind planschen gegangen. Die Abkühlung tat richtig gut und wir haben die Sonnenstrahlen genossen. Eine verrückte Ecke, das können wir euch sagen…Den Tag haben wir auf einem sehr entspannten Campingplatz ausklingen lassen. Es gab ein Geburtstags-Abendessen für mich. Wir haben endlich mal die berühmten Fish & Chips probiert. Und dazu gab es Craft Beer. Das war genau mein Ding. Obwohl ich nie ein Fan von Fish & Chips werde. Und so ging mein Geburtstag auch zu Ende. Kathi hat sich mega viel Mühe mit einem Geschenk gegeben. Und ich habe mich tierisch darüber gefreut. Eigentlich mag ich diesen Tag nie, doch Kathi macht ihn immer zu etwas besonderem. Sie ist halt auch etwas ganz Besonderes 🙂

Am nächsten Tag ging es für uns zum Great Otway National Park. Wenn man hier mit dem Auto durch fährt, dann lohnt es sich immer wieder mal anzuhalten. Denn überall stehen Eukalyptusbäume auf denen Koalas leben und meistens schlafen. Ein Koala saß dann sogar vor uns auf der Straße und hat uns ganz erstaunt angeschaut. Das war witzig. Aber meistens sahen wir welche in den Bäumen und haben sie fotografiert. Den Leuchtturm, den man dann hier für einen Eintritt besichtigen kann, haben wir bewusst weg gelassen. Wir hatten dafür einfach kein Interesse. Dennoch lohnt ein Besuch des Nationalparks. Vor allem, weil man hier mit eine dezenten Duft von Eukalyptus belohnt wird.

Danach sind wir in einem Ort namens Apollo Bay angekommen. Hier war es voller lokaler Touristen? Warum, fragt ihr euch? Nun, am nächsten Tag stand der Australia Day an. Das ist der Nationalfeiertag der Australier, wo alle nur am feiern und saufen sind. Und entsprechend teuer wird dann alles. Und voll. Das bedeutet auch, dass es schwerer ist, eine Unterkunft für den Camper zu finden. Da die Campingplätze zu teuer waren, haben wir beim YHA Hostel gefragt, ob wir draußen auf deren Parkplatz stehen dürfen und gleichzeitig ihre sanitären Anlagen nutzen dürfen. Wir hatten Glück und es hat geklappt. Für sehr wenig Geld vor allem!!! Und so haben wir in Apollo Bay das Great Ocean Road Brewhouse auf sein Bier getestet und den Rest des Tages die Recherchen und Buchungen für Neuseeland eingetütet. Das war aufwendig, da wir wieder ein Campervan im Voraus für mehrere Wochen buchen mussten. Diese Planungen nerven tatsächlich etwas…das ist aber meckern auf sehr hohem Niveau…Abends haben wir uns noch den neuen Film „The Mule“ von und mit Clint Eastwood angesehen. Der war mega gut!!!

Und nun war es soweit…der Australia Day stand an. Und wir hatten keine Ahnung, wo wir bleiben wollten und was wir machen wollten. Und wir hatten Angst vor den anstehenden Kosten. Denn alle Campingplätze, die wir bisher angerufen hatten, wollten um die 100 Dollar pro Nacht. Und man musste meistens drei Nächte buchen. Das lag daran, dass der Australia Day auf einen Samstag fiel. Und deswegen bekommt man den darauf folgenden Montag noch frei, damit man den freien Tag eben nicht verliert. Das war zu krass…und so haben wir uns auf den Weg in Richtung Bells Beach, einem der berühmtesten Strände Australiens überhaupt, gemacht.

Die Fahrt führte uns vorbei an den Erskine Falls, einem ganz netten Wasserfall. Das war mal eine Abwechslung zu den vielen Stränden, die wir bisher gesehen hatten. Wir konnten einen kleinen Spaziergang machen und genossen es, in einem Wald zu sein. Dann kam auch schon Bells Beach. Warum ist er so bekannt? Nun, hier finden jedes Jahr die wichtigsten Surf-Meisterschaften von Australien statt. Der Strand ist bekannt seit den 70er Jahren und hier wurden die Marken Rip Curl, Quicksilver und Billabong erfunden. Man kann auch in den entsprechenden Outlets shoppen gehen, was wir auch gemacht haben. Der Strand selbst ist ziemlich beeindruckend. Wir haben einigen Surfern beim Wellenreiten zugesehen und wir wollten das eigentlich auch mal machen. Nur war Bells Beach irgendwie nicht der richtige Ort für uns. Warum, können wir nicht sagen. Dennoch, es war genial dort. Vor allem für mich, da hier das Finale des Filmes Point Break mit Keanu Reeves und Patrick Swayze gedreht wurde.

Und nun saßen wir an diesem Strand und wussten nicht, wo wir übernachten sollten. Kathi hat nochmal mit einem der letzten Campingplätze telefoniert und siehe da, wir haben etwas bekommen. Ein Platz mit Strom für schlappe 42 Dollar. Und man musste keine drei Nächte buchen…und das am Australia Day…da fiel uns ein Stern vom Herzen. Der Ort hieß Breamlea und hier haben wir dann den Abend verbracht. Generell war der Australia Day eher negativ für uns. Erst der Ärger mit der Sucherei nach einem Campingplatz, dann war auch noch unsere Wasserpumpe im Campervan kaputt. Es kam kein Wasser mehr aus dem Hahn und die Pumpe hat sich nicht gerührt. Wir dachten erst, dass die Batterie leer ist, aber nachdem ich mal das Handbuch für das Ladegerät herunter geladen hatte, habe ich bemerkt, dass alles in Ordnung war. Nur eben die Pumpe scheinbar nicht.

Dazu kam die Tatsache, dass die Menschen auf diesem Campingplatz eher ein wenig „assi“ waren. Ich kann das leider nicht anders schreiben, aber die haben sich total daneben benommen. Einer hat mich angeschnauzt, warum ich und nicht meine Freundin abwasche. Auf die Diskussion hatte ich ja mal gar keinen Bock. Und dann schreien die Leute die ganze Zeit „Aussie Aussie Aussie“. Nun, der Tag ist leider auch eher traurig, da er den Untergang der Aboriginis mit eingeläutet hat. Das vergessen vor allem die älteren Australier gern mal. Vor allem, wie viele von den verschiedenen Völkern über die Jahre abgeschlachtet worden sind. Unsere Generation von Australiern versteht das, aber die älteren Menschen leider nicht. Es gab bisher nicht mal eine Entschuldigung bei den Aboriginis. Wir erzählen euch dazu aber ein anderes Mal etwas mehr. Wir sind früh ins Bett und haben diesen Tag hinter uns gelassen.

Am nächsten Tag habe ich dem Campervan-Verleih wegen der Pumpe Bescheid gegeben. Die haben mich noch die Sicherungen prüfen lassen, aber auch die waren alle in Ordnung. Also haben wir einen Termin in einer Werkstatt in Melbourne gemacht, wo wir einen Tag später landen wollten. Wir sind die Bellarine Peninsula abgefahren und haben bei der Scotchmans Hill Winery angehalten. Dieser Winzer war wieder mal der Wahnsinn. Tolle Weine präsentiert von tollen Menschen mit einem Blick auf die Skyline von Melbourne. Es war irre, wie weit man von hier sehen konnte. Hier haben wir den Vormittag verbracht.

Weiter ging es dann nach Geelong, dem letzten Ort für uns vor Melbourne. Hier sind wir etwas shoppen gegangen und haben die Statue von Queen Victoria besucht. Also, falls ihr mal hier anhalten solltet, dann lasst die Statue weg. Die war echt unspektakulär. Ich kann euch jetzt nicht mal mehr sagen, warum wir hier so lang waren. Irgendwie wollten wir an diesem Tag noch nicht nach Melbourne. Also haben wir uns einen Campingplatz gesucht und haben wieder mal an unseren Videos und Berichten gearbeitet.

Die GOR war nun hier zu Ende, denn wir hatten Melbourne fast erreicht. Die Strecke war unglaublich schön und wir können sie euch wirklich empfehlen. Stellt euch auf mehr Touristen als im Rest des Landes ein. Und auf schlechte Autofahrer 😉 Und falls ihr auch schon mal den Highway One in Kalifornien gefahren seid, dann können wir euch sagen, dass die GOR deutlich beeindruckender ist. Also nix wie hin 🙂

Der Weg zur Great Ocean Road, Australien
Melbourne, Australien

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