Dunedin, Neuseeland

Die Karre macht schlapp…

Und jetzt wollt ihr sicherlich die böse Überraschung erfahren, von der wir euch im letzten Artikel erzählt haben, richtig? Nun, folgendes ist passiert. Am nächsten Morgen sind wir durch ein ziemlich lautes Gespräch geweckt worden. Wir haben nur gehört, wie draußen jemand rum gebrüllt hat. Ich habe den Vorhang beiseite geschoben und gesehen, dass jemand unseren neuen deutschen Freund angeschrien hat. Und er wirkte dabei ziemlich hilflos. Also bin ich raus, um zu schauen, was genau da los war. Ich bemerkte schnell, dass der Choleriker der Besitzer des Campingplatzes war. Er erzählte, dass sich Leute bei ihm wegen etwas Lärm in der Nacht beschwert haben. Logischerweise hatte der Deutsche einen Filmriss und wusste gar nicht, was los war. Der Besitzer fürchtete um eine schlechte Bewertung seines Campingplatzes im Internet.

Ich habe versucht, die Gemüter zu beruhigen, aber es ist mir nicht gelungen. Als Kathi noch dazu kam, hat sie das gleiche auf ihre Art probiert, aber der Besitzer hat sich immer mehr rein gesteigert. Kathi hat ihm erklärt, dass es doch sinnvoll ist, mal die Sicht von uns zu hören, aber das hat ihn nicht interessiert. Also sind wir alle kurz danach woanders hingefahren. Kathi und ich hatten noch überlegt eine Nacht mehr zu bleiben, aber der Drops war gelutscht. Der Deutsche fuhr Richtung Norden und wir weiter nach Süden nach Dunedin, welches im Staat Otago liegt. Direkt nach unserer Ankunft, haben wir uns ein „Kater-Mittagessen“ beim Burger King gegönnt und sind direkt zu einem neuen Campingplatz gefahren. Wir haben uns nach dieser doch recht kurzen Nacht und dem ätzenden Morgen einfach nur noch ausruhen wollen. Der Tag war gelaufen…

Der nächste Tag sollte nicht besser werden. Kaum haben wir Elfriede gestartet, leuchtete auch schon wieder die Kühlflüssigkeits-Anzeige. Damit war klar, dass wir ein Leck hatten. Und die Ölanzeige blinkte ebenfalls auf. Man, wir waren sowas von sauer auf den Verleiher. Wie kann man sowas vorher nicht prüfen??? Wieder haben wir dort angerufen und man hat uns zu einer Werkstatt in Dunedin geschickt. Als wir dort ankamen, haben wir dem Besitzer unsere Situation erklärt. Der meinte nur, dass wir bei ihm falsch wären, weil er sich nur um das Innere eines Campervans kümmern kann. Er ist eben kein Mechaniker für Motoren. Die Dame am Telefon des Verleihers hat dann wohl nicht verstanden, dass das englische Wort „Coolant“, was übersetzt Kühlflüssigkeit heißt, für die Kühlflüssigkeit des Motors steht. Sie dachte, dass der Kühlschrank kaputt ist. Man, die hatte die Intelligenz echt mit dem Löffel gefressen. Klar, jeder füllt Kühlflüssigkeit und destilliertes Wasser in seinen Kühlschrank 😉

Also sind wir weiter zu einer richtigen Werkstatt gefahren, die uns der Kollege bei der ersten Werkstatt gegeben hatte. Da der Termin war leider erst auf 13 Uhr angesetzt und so haben wir uns in der Zwischenzeit Dunedin angeschaut. Die Stadt ist bekannt für ihren schottischen Flair und ist vor allem bei Studenten sehr beliebt. Wenn man hier durch die Bummelstraße läuft, dann sieht man an jeder Ecke einen Schottenladen, der irgendwelchen Krimskrams aus Schottland verkauft. Ja, auch die berühmten schottischen Röcke. Richtig genießen konnten wir es nicht, da wir die ganze Zeit an Elfriede denken mussten. Wir hofften einfach, dass die Werkstatt das Problem schnell beheben kann, damit wir weiter können.

Pünktlich um 13 Uhr standen wir bei den Jungs in der Werkstatt auf der Matte. Die meinten ganz cool, dass sie sich die Sache erstmal genauer anschauen müssen, um eine Aussage zu treffen. Und das sollte insgesamt zwei Stunden dauern. Also haben wir Elfriede dort gelassen und haben uns weiter Dunedin angeschaut. Dabei sind wir am Ende in der berühmten Speights Brewery gelandet, die über viele Jahre hinweg einige Preise für ihre verschiedenen Biere gewinnen konnten. Es ist so ziemlich die beliebteste Brauerei in ganz Neuseeland. Und wir können bestätigen, dass die Biere unglaublich gut sind. In der Zwischenzeit hatte sich die Werkstatt bei uns gemeldet und gemeint, dass der Kühler selbst tatsächlich getauscht werden muss. Unser Verleiher hatte ihnen versichert, dass der neue Kühler mit einem Übernacht-Express von Christchurch nach Dunedin geschickt wird. Und wenn er pünktlich ankommt, dann dauert der Einbau nochmal einen ganzen Tag. Man, unsere Laune wurde dadurch nicht besser. Wir meinten dann nur ganz cool, dass sie bitte noch das Öl auffüllen sollen und auch den Keilriemen tauschen, da dieser unglaublich laut war. Damit hatten wir einen Deal und der Verleiher sollte alles zahlen. Den Rest des Tages haben wir auf einem billigen Campingplatz für 15 Dollar verbracht. Dieser lag an einer Pferderennbahn und wir haben uns um unsere Fotos und Videos gekümmert.

Der nächste Tag wurde zu einem richtig langweiligen Tag. Gleich morgens haben wir Elfriede wieder in die Werkstatt gebracht, aber der Kühler war natürlich noch nicht da. Also sind Kathi und ich in ein Café gegangen und haben uns dort wirklich den ganzen Tag um unser Scrapbook gekümmert. Das ist eine Art Tagebuch, welches wir mit Tickets und allerlei Erinnerungen an die verschiedenen Länder, die wir bereits besucht hatten, füllen. Es ist ein Haufen Arbeit, sieht aber ungemein geil aus. Gegen Mittag wurde der Kühler geliefert und abends gegen 19 Uhr konnten wir Elfriede wieder mitnehmen. Und das, obwohl die Werkstatt nur bis 18 Uhr geöffnet hat. Aber hey, Elfriede sah wieder richtig frisch aus. Wir bekamen noch ein paar Tipps, wie wir am nächsten Morgen prüfen, ob genug Wasser im Kühler ist und weg waren wir. Da es auch schon spät war, sind wir nicht mehr weiter gefahren, sondern haben nochmal eine Nacht in Dunedin verbracht.

Am nächsten Morgen haben wir nochmal alles geprüft. Es gab an Elfriede nichts zu beanstanden. Somit konnten wir endlich weiter in Richtung Süden fahren. Die Catlins warteten auf uns. Obwohl uns Dunedin richtig gut gefallen hat, werden wir es immer mit dieser unschönen Situation mit unserem Campervan in Verbindung bringen müssen. Daher haben wir hier auch weniger unternommen, als wir wollten. Und das, obwohl wir länger geblieben sind, als wir ursprünglich geplant hatten. Wie auch immer, wir waren wieder auf der Straße 🙂

Lake Tekapo, Mount Cook, Oumara & Moeraki, Neuseeland
Die Catlins & Milford Sounds, Neuseeland

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