Der Weg zur Great Ocean Road, Australien

Wo zur Hölle sind wir???

Es fiel uns tatsächlich sehr schwer, die Weingegenden von Adelaide zu verlassen. Wir hatten hier ein paar tolle Tage verbracht und guten leckeren Wein genossen. Und dabei haben wir immer wieder den spannenden Geschichten der Menschen hier gelauscht. Doch unsere Reise musste weiter gehen, denn wir sind noch nicht wirklich vorwärts gekommen. Es lagen ja noch einige tausende Kilometer vor uns. Und so ging es für uns in Richtung Great Ocean Road. Doch es sollte noch ein paar Tage dauern, bis wir auch diese erreicht haben.

Unsere Fahrt in Richtung Süden brachte uns an einen Ort namens Kingston. Hier gab es nicht wirklich viel zu sehen, doch bereits aus der Ferne sahen wir einen großen Hummer stehen. Der Big Lobster, der übrigens „Larry the Lobster“ genannt wird, ist 17m hoch und gehört zu „Australia‘s Big Things“. Die Statue hat eigentlich keine große Bedeutung. Alles, was wir dazu gelesen hatten war, dass das ansässige Restaurant und das Besucherzentrum damit beworben werden sollen. Wie auch immer, wir haben ein paar coole Bilder gemacht und sind dann gleich weiter gefahren.

Unsere Fahrt durch sehr viel NICHTS führte uns an einem Ort namens Robe. Diese kleine Küstenstadt beherbergt ca. 1100 Einwohner. Da aber gerade Ferien waren, war die Stadt entsprechend voll. Während unseres Aufenthalts sollten wohl so um die 10.000 Menschen hier gewesen sein. Dadurch verspürten wir hier den üblichen Tourismus, allerdings waren hier nur Einheimische im Urlaub. Das war cool, da man hier tolle Gespräche führen konnte. Auch hier haben wir eine Weinverkostung gemacht, allerdings waren die Weine eher mau. Es war eben keine richtige Weingegend und entsprechend fiel auch das Resultat aus. Wir sind den ganzen Tag durch die Stadt geschlendert, haben Souvenirläden besucht und sind später ins Kino gegangen. Es lief „Holmes & Watson“ mit Will Ferrell. Einen Campingplatz haben wir auch schnell gefunden. An diesem Tag hatten wir gut 100km geschrubbt und es blieb sogar noch Zeit für den Videoschnitt und für das Schreiben von Berichten. Robe gefiel uns richtig gut, vor allem, wegen dem Wetter. Die Sonne hat gestrahlt, es war warm, aber immer mit einer leicht kühlen Brise. Das war sehr angenehm, vor allem, nach den heißen Weingegenden um Adelaide.

Am nächsten Tag ging es für uns weiter an der Küste lang. Der nächste Ort hieß Coonawarra, welcher ebenfalls für einige Winzer bekannt. Das war Zufall, dass wir das gesehen hatten. Und so mussten wir natürlich auch hier anhalten. Wir entschieden uns für Wynns, welches die älteste Winery in der Gegend war. Sie ist bekannt für ihre tollen Rotweine. Während der Verkostung haben wir ein tolles Gespräch mit der Frau des Besitzers gehabt. Sie kommt ursprünglich aus England und unser Thema war natürlich der Brexit. Es war interessant die aktuelle Situation mal aus der Sicht einer Engländerin zu hören. Und so verging zu Zeit und wir haben uns eine Flasche Rotwein für später gekauft. Ein Besuch dieses Winzers können wir auf jeden Fall empfehlen.

Gegen Mittag sind wir weiter zum Fodder, einem Restaurant um die Ecke, gefahren. Hier gab es das Ottelia Wine Tasting und lecker Mittagessen. Der Wein war nix, aber das Essen war richtig gut. Das haben wir auch gebraucht, da wir zu dieser Zeit doch schon einige „Getränke“ zu uns genommen hatten. Die Pause tat gut. Da wir nicht genau wussten, wie viele Promille wir inne hatten, haben wir danach an einem Parkplatz an der Straße einen Mittagsschlaf gemacht. Wir wollten hier nichts riskieren. Es gab auch den Hinweis, dass die Polizei zu diesem Zeitpunkt Alkoholkontrollen durchführt. Von daher war das definitiv die richtige Entscheidung. Gegenüber vom Parkplatz gab es eine Notaufnahme, wo wir die Toiletten benutzen durften. Schon krass, dass wir da einfach so rein gekommen sind. Wir hätten hier in alle Zimmer gehen können, weil da absolut niemand war. Aber so sind die Aussies eben…immer nett und hilfsbereit…

Nachdem wir wieder fit waren, sind wir weiter zum Blue Lake gefahren. Dieser ultrablaue See ist ein Kratersee in der Nähe des Mount Gambiers. Anscheinend gab es den letzten Ausbruch so vor ca. 4300 Jahren. Genau weiß das aber niemand. Der See ist ca. 72m tief und verändert während des Jahres seine Farbe. Von Dezember bis März ist er blau, während er von April bis November eher grau ist. Warum der See seine Farbe wechselt, ist nicht bekannt. Wissenschaftler vermuten, dass es mit der Erwärmung der Oberfläche des Sees während des Sommers zu tun hat. Wir hatten Glück, denn der See strahlt uns mit seinem schönsten Blau an. Wir sind einmal um den See herum gelaufen und waren von der Farbe einfach nur fasziniert. Wir entschieden den Tag hier zu Ende gehen zu lassen und haben einen Campingplatz aufgesucht. Und Kathi hat wieder mal lecker gekocht. Es gab Kartoffelbrei. Man, wie ich das vermisst hatte 🙂

Unser Fahrt führte uns nun von Southern Australia in den Staat Victoria. Das merkt man daran, dass die Höchstgeschwindigkeit auf den Highways von 110 km/h auf 100 km/h reduziert wird. Jeder Staat regelt solche Themen eben für sich. Unser erster Stopp war ein kleiner Ort namens Nelson, wo wir an einem kleinen Strand eine kurze Pause gemacht haben. Weiter ging es dann nach Portland, was ca. 100km vom Blue Lake entfernt war. Wir haben gleich einen Campingplatz gebucht, sind im Aldi einkaufen gegangen und sind danach zu einem Aussichtspunkt gewandert, an welchem man Robben beobachten konnte.

Das war eine 5km lange Wanderung, die ziemlich einfach war. Natürlich haben wir viele Robben gesehen und beobachtet, doch das Beste war die Wanderung an sich. Warum? Weil wir auf dem Weg zum Aussichtspunkt immer wieder Kängurus und andere Tiere gesehen haben. Das ist schon echt verrückt, denn genau dadurch wird einem erstmal bewusst, wo man sich gerade in der Welt befindet. Neben den Robben gab es dort auch sogenannte Blowholes. Hier kann man eine Art Geysir sehen. Die Wellen werden so stark gegen das Cliff gedrückt, dass das Wasser durch Öffnungen in den Steinen nach oben gedrückt wird. Es war schon krass, mit welcher Wucht die Wellen hier unterwegs waren. Wir genossen die Aussicht sehr. Wenn man zur richtigen Jahreszeit kommt, dann lassen sich hier wohl auch Blauwale und Delfine beobachten. Wir hatten dafür natürlich das falsche Timing 😉

Am nächsten Tag standen die letzten Stationen vor der Great Ocean Road an. Wir hielten in einem Ort namens Port Fairy an. Aber nur, weil wir hier eine Weinverkostung beim Basalt Vinyard machen wollten. Ein junger Franzose hat uns die verschiedenen Weine vorgestellt und uns erzählt, dass er hier mit einem Work & Travel Visum unterwegs ist. Er hat uns auch etwas leckeres zu essen empfohlen, sodass wir hier auch gleich zu Mittag gegessen haben. Nebenbei hat er uns auch von Neuseeland erzählt, was ihn sehr begeistert hat. Er meinte, dass wir unbedingt nach Blenheim müssen, weil es dort tolle Weine zu entdecken gibt. Ach, das war wieder so ein toller Tag. Immer wieder treffen wir tolle Menschen und führen interessante Gespräche. Das war einfach nur unglaublich.

Danach ging es für uns weiter zum Tower Hill Reserve. Hier haben wir eine kleine Wanderung in einer Vulkangegend gemacht. Gleich auf dem Parkplatz haben uns ein paar Emus besucht. Das ist doch echt verrückt. Stellt euch vor, ihr steigt aus eurem Auto aus und euch schaut ein Emu an 🙂 Und dann lauft ihr ein Stück weiter und ihr seht ein paar Koalas im Baum sitzen. Wahnsinn!!! Wir waren total euphorisch und dankbar für alles. Diese Wanderungen kosten ja auch nicht mal was. Man fährt einfach durch die Gegend, hält irgendwo an und hat die schönste Zeit seines Lebens. Und natürlich haben wir auch hier einen kleinen Vulkansee gesehen.

Den Tag haben wir dann in Warnambool, dem letzten Ort vor der Great Ocean Road, ausklingen lassen. Dieser war wieder ca. 100km vom letzten Ort entfernt. Ihr seht, dass wir nur langsam voran kommen, was aber ok war, da wir insgesamt zwei Monate Zeit in Australien hatten. In Warnambool gab es auch einen Whale Watching Point, aber es war eben leider nicht die richtige Jahreszeit. Wir haben einen Campingplatz auf einem Sportplatz besucht und gebucht. Der Besitzer war mega freundlich. Er hat uns einen mit Strom betriebenen Stellplatz für wenig Geld gegeben und wir haben uns mit Truffels, dem Hund des Nachbarn angefreundet. Kathi hat wieder lecker gekocht und so ging der Tag zu Ende. Und ein paar Empfehlungen für später gab es auch noch 😉

Nun war es an der Zeit die Great Ocean Road zu bereisen. Dazu später mehr…

Die Weingegend um Adelaide, Australien
Great Ocean Road, Australien

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