Der Weg nach Sydney, Australien

Als wir am nächsten Morgen Melbourne verlassen hatten, wussten wir noch gar nicht so richtig, wohin wir fahren wollten. Im Reiseführer stand etwas von Philip Island. Ohne uns die Details anzuschauen, sind wir die 150km bis dorthin gefahren. Diese Halbinsel liegt südlich von Melbourne, ist aber auch ein kleiner Umweg, wenn man nach Sydney möchte. Die Fahrt war unspektakulär und als wir ankamen, verspürten wir mal wieder das Gefühl von „einheimischem Tourismus“. Philip Island ist beliebt bei den Aussies, da es hier ziemlich ruhig ist. Dazu gibt es jede Menge tolle Campingplätze, von denen wir uns auch einen ausgesucht haben. In der Stadt Cowes haben wir ein paar Einkäufe erledigt. Unter anderem haben wir hier 12 Zahnbürsten gekauft, die bis zum Ende unserer Reise reichen sollten. Warum, fragt ihr euch? Nun, diese Zahnbürste war endlich mal richtig gut und wir hatten keinen Bock mehr auf irgendwelche schlechten Bürsten. Zähne sind wichtig 😉

Danach ging es für uns an den Silver Leaves Beach, wo wir etwas spazieren gegangen sind. Und dann haben wir gesehen, dass es hier eine Attraktion namens Penguin Parade gibt. Nach etwas Recherche haben wir gelesen, dass man hier ab ca. 21 Uhr Pinguine sehen kann. Man muss zwar Eintritt zahlen, aber es soll sich wohl lohnen. Zu sehen gibt es hier die Zwergenpinguine, die kleinsten Pinguine der Welt. Es handelt sich bei dem Ort um eine der größten Pinguinkolonien Australiens. Jeden Abend mit dem Sonnenuntergang kommen die Pinguine aus dem Meer zurück an diesen Ort. Und damit das auch so bleibt, haben die örtlichen Ranger hier eben ein Schutzgebiet geschaffen, damit die Pinguine nicht gestört werden. Wir sind am gleichen Abend hin gefahren und haben uns Plätze im „Plus-Bereich“ gesichert, denn genau hier landen die Pinguine auch. Und als die Sonne unter gegangen war, kamen auch schon die ersten Pinguine an den Strand. Man, die waren ja sowas von süß 🙂 Und sobald der Chef der Gruppe sein okay gegeben hatte, sind alle hinter ihm her gelaufen. Entlang dem Penguin Highway, der direkt an uns vorbei führte. Wahnsinn!!!

Das war ein tolles Erlebnis. Leider darf man hier keine Bilder machen, denn die Pinguine reagieren empfindlich auf jede Art des Lichts. Natürlich gab es wieder ein paar Deppen, die sich nicht daran gehalten haben. Und natürlich waren es wieder mal Asiaten. Typisch, warum sollte es auch anders sein. Sowas ist einfach nur dumm, vor allem, weil man auf den Bildern eh nichts erkennen wird. Es war halt viel zu dunkel. Wir jedenfalls haben das respektiert, können euch aber daher keine Fotos zeigen. Ihr könnt das aber gern mal googlen, dann findet ihr ein paar Fotos.

Die nächsten Tage ging es für uns weiter in Richtung Sydney. Und wir müssen zugeben, dass es hier eine ganze Zeit lang nicht viel zu sehen gab. Wir waren in Foster, in Port Welshpool, in Yarram und dann in Sea Spray, um zu übernachten. Weiter ging es dann nach Lake Entrance, wo es aber auch nichts gab, außer ein wenig Minigolf mit Schlägern aus der Steinzeit. Ich kam mir vor wie Fred Feuerstein. Dann ging es über Eden nach Batemans Bay. Eden ist dadurch bekannt geworden, dass die Aboriginis Wale, welche von Orcas in die Bucht hier getrieben worden sind, früher abgeschlachtet haben. Man kann sich dazu hier informieren. Ich habe sogar wieder angefangen zu joggen…so richtig aus Langeweile…einmal habe ich dann von unterwegs ein paar Kuchen mitgebracht 😉

Am nächsten Tag sind wir an einen Strand namens Hyams Beach gefahren. Ich persönlich hatte noch nie davon gehört, aber Kathi meinte, dass es hier den weißesten Sand der Welt an einem Strand geben soll. Mir war das irgendwie egal, aber wir sind hin gefahren. Und ich muss zugeben, dass es ein echt toller Strand war. Wir haben hier eine Weile verbracht, haben gebadet und uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Später waren wir noch bei den Fitzroy Falls, einem recht beeindruckenden Wasserfall. Aber sonst war auch hier nicht viel zu entdecken. Irgendwie standen wir unter Strom, aber es gab nicht viel, was wir machen konnten. Es war tatsächlich schwer mal körperlich etwas runter zu fahren. Am Tag darauf haben wir auch nicht viel erlebt bzw. unternommen.

Allerdings war der letzte Tag vor der Ankunft in Sydney ziemlich cool. Wir sind zum Royal National Park gefahren, um eine kleine Wanderung zum Figure 8 Pool zu machen. Der Nationalpark selbst wurde 1879 von Sir John Robertson gegründet. Das war der damalige Premierminister von New South Wales, dem Staat von Australien, in dem wir inzwischen angekommen waren. Damit ist das der zweitälteste Nationalpark der Welt. Älter ist nur der Yellowstone Nationalpark in den USA. Die Figure 8 Pools sind natürliche Schwimmbecken entlang der Küste des Nationalparks. Und einige von ihnen haben eben die Form der Zahl „8“. Wichtig zu beachten ist hier, dass man nur bei Ebbe zu den Pools laufen kann.

Die sieben Kilometer lange Wanderung sollte ungefähr drei Stunden dauern. Der Weg ist wirklich atemberaubend, denn man hat einen traumhaften Blick von ganz oben auf die gesamte Küstenregion. Einfach nur toll. Man läuft die ganze Zeit nach unten, bis man an einem Strand ankommt. Und dann muss man noch ein wenig über ein paar Stein klettern und schon ist man da. Man muss hier echt aufpassen, denn die Wellen knallen hier ordentlich rein. Einen Moment der Unachtsamkeit und schon ist man nass 😉 Und die Pools??? Tja, was sollen wir sagen. Sie sind unglaublich schön und wir haben natürlich drin gebadet und ein paar Bilder gemacht. Überzeugt euch selbst davon. Immer wieder hat das Meerwasser die Pools geflutet, wenn man drin saß. Das war ein Spaß 🙂 Später mussten wir den Weg wieder zurück laufen. Nur ging es dieses Mal nach oben…

Kurz vor Sydney, haben wir noch in Cronulla angehalten, was eigentlich schon ein Stadtteil von Sydney ist. Wir hatten gelesen, dass es hier auch solche Steinpools direkt am Meer gibt. Die wollten wir natürlich sehen. Und es lag eh auf dem Weg. Auch diese Pools waren ziemlich cool, wobei nur einer kostenfrei war. An den Steinen waren allerlei Algen, was das Betreten etwas rutschig gemacht hat. Also mussten wir etwas aufpassen. Und so ging unser Tag hier zu Ende. Wir haben uns noch einen Campingplatz relativ nah am Stadtzentrum raus gesucht, von wo aus wir mit der Bahn nach Sydney rein fahren konnten. Aber dazu erfahrt ihr später mehr.

Die Strecke von Melbourne nach Sydney ist leider relativ unspektakulär. Philip Island und der Royal Nationalpark waren unsere einzigen Highlights. Wir hätten hier natürlich schneller durchfahren können, wollten uns aber ganz bewusst mal nicht hetzen. Immerhin muss man hier ungefähr 1.300 km fahren, wenn man an der Küste bleibt. Und dann biegt man ja immer mal noch nach rechts und links ab. Die Distanzen in Australien sind eben nicht zu unterschätzen. Trotz dessen hatten wir natürlich viel Spaß und eine gute Zeit 🙂

Melbourne, Australien
Sydney, Australien

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