Der Weg nach Port Macquarie, Australien

Zu Besuch bei unserem Kumpel Phil…

Nach unserem Besuch in Sydney ging es für uns weiter an der Ostküste Australiens nach oben in Richtung Brisbane. Diese Fahrt sollte insgesamt zwölf Tage dauern und wieder lagen mehr als 1000 Kilometer vor uns. Wir freuten uns besonders auf unsere neuen Freunde Phil, Brittany und Ben, die wir alle besuchen wollten. Und natürlich freuten wir uns auch auf Ort wie Byron Bay und Gold Coast. Aber eins nach dem anderen.

Bevor wir morgens von Sydney aufbrachen, hat mich erstmal ein Vogel auf dem Campingplatz voll angeschissen. Ich habe überlegt, ob es dafür ein anderes Wort gibt, aber es gibt keins. Die Hälfte landete sogar in meinem Kaffee. So fing der Tag gleich mega gut an. Ich zog mich schnell um und dann ging es weiter in Richtung Norden. Es dauerte eine ganze Weile, eh wir aus Sydney raus kamen und im 174 Kilometer entfernten Newcastle ankamen. Wir wählten diesen Ort aus, weil er Newcastle hieß. Einen anderen Grund gab es nicht. Leider waren hier aber alle Campingplätze belegt und so sind wir weiter nach Anna Bay gefahren. Das waren nochmal etwas mehr als 50 Kilometer. Anna Bay liegt an einem Strand auf einer Halbinsel. Wie sollte es auch anders sein. Viel haben wir hier aber nicht gemacht. Wir waren nur im Aldi, und haben später mal wieder unsere Kalkulation geprüft. Und ein paar Fotos wollten auch mal wieder gesichert werden.

Am nächsten Morgen sind wir in den Nachbarort Nelson Bay gefahren. Wir haben hier einen kleinen Strandspaziergang gemacht und dabei auch ein paar Koalas gesucht. Die Dame auf dem Campingplatz meinte, dass ab und an mal ein paar Koalas dort zu sehen sind. Wir haben leider keine gefunden, haben dafür aber den Spaziergang sehr genossen. Über einen Tourist Drive ging es weiter in Richtung Forster. Einen weiteren kleinen Stopp haben wir in Tarbuck Bay gemacht, wo wir ein paar Seen angeschaut haben. Unser Ziel war aber ein Campingplatz in Forster. Warum Forster? Nun, hier gibt es die besten Austern zu kaufen. Die sogenannten Sydney Rock Oysters. Wir haben uns ein Dutzend gekauft. Dazu natürlich auch eine Zitrone und Champagner. Damit sind wir dann auf den Campingplatz gefahren und haben eine Brotzeit eingelegt. Und die Austern waren sowas von lecker!!! Den Rest des Tages haben wir am Pool im Campingplatz verbracht. Und Kathi hat weiter am Videoschnitt gearbeitet.

Ihr seht schon, dass wir hier nicht wirklich viel unternommen haben. Im Gegenzug haben wir die freie Zeit, das schöne Wetter und unseren Campervan genossen. Wir sollten ihn ja leider nicht mehr lang haben. Nachdem wir endlich mal wieder richtig ausgeschlafen haben, sind wir am nächsten Tag nach Port Macquarie gefahren. Bevor wir in die Stadt zu unserem Kumpel Phil gefahren sind, haben wir noch an einem super schönen Aussichtspunkt namens Laurieton Lookout angehalten. Phil nannte es schlichtweg „Epic Lookout“. Und ja, er war mega beeindruckend, wie ihr auf den Bildern sehen könnt. Und hier haben wir auch einige Zeit verbracht. Da an diesem Tag auch die Flugpreise nach Japan und Chile so günstig waren, haben wir hier gleich alle Flüge gebucht, um das auch gleich fix zu haben. Wir haben damit die Flüge bis in den Juli rein geplant. Und das bereits im Februar. Aber die Preise waren eben unschlagbar. Allein nach Chile zahlten wir nur 370 Euro.

Weiter ging es dann zum Rainbow Beach, wo Kathi mal wieder ihre berühmte Lachs-Sandwiche gemacht hat. Man, ich habe mich ja sowas von in diese Dinger verliebt. Und nach dem Essen haben wir auch hier den Strand erkundet. Und einige Leute beim Fischen von Brassen beobachtet. Später am Tag sind wir dann zu Phil gefahren. Er hat uns in das Haus seiner Eltern eingeladen. Wir hatten hier eine Einliegerwohnung komplett für uns allein. Mit Wohnzimmer, Bad, Küche und Schlafzimmer. Irre!!! Und das Bett war ultra bequem!!! Zusammen mit Phils Eltern hatten wir einen tollen Nachmittag und Abend. Zu essen gab es jede Menge Garnelen mit vielen Dipps, Obst und Käse. Und natürlich viel Wein. Und Bier. Wir waren im Himmel angekommen. Und natürlich sind wir schnell bei den aktuellen politischen Themen der Welt angekommen und haben darüber diskutiert. Es ist schon verrückt, wenn man bedenkt, dass diese Menschen uns nicht kennen und uns einfach bei sich wohnen lassen. Einfach nur toll. Und wir waren ihnen so dankbar dafür…

Am nächsten Morgen haben wir erstmal richtig lang geschlafen. Es war verrückt mal wieder in einem Bett zu liegen. Wie gut man da schläft und wie wohl man sich fühlt. Da merkt man erstmal, wie sehr einem das eigene Bett daheim fehlt. Nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir zusammen mit Phils Papa John einen Spaziergang an der Küste von Port Macquarie gemacht. Der Ort selbst hat ca. 45.000 Einwohner, welche primär etwas älter sind. Viele genießen hier ihren Ruhestand. Und der Hund Fred hat uns auch begleitet, auch wenn er schon sehr alt war. Er ist eben ein treuer Gefährte für die Familie von Phil. Während wir so an der Küste entlang gelaufen sind, hat uns John zu sich gerufen. Er hat eine Brown Snake, die giftigste Schlange in Australien, gefunden und uns gezeigt. Auch, wenn es noch ein Baby war, musste man hier aufpassen. Das Gift ist wirklich ultra tödlich… John ging danach mit Fred nach Hause und Kathi und ich sind zum Town Beach gelaufen. Wir haben hier die Aussicht genossen und etwas gegessen. Und natürlich gibt es hier auch Surfer. Wobei das sogenannte Body Surfing in Port Macquarie beliebter ist. Hier liegt man mit dem Bauch auf dem Board und lässt sich von den Wellen treiben.

Am späten Nachmittag sind wir wieder zurück zu Phil gefahren, denn er hatte nun Feierabend. Er ist übrigens Lehrer für Geschichte und soziale Interaktion. Also ein echt cooler Typ. Am interessantesten war es für ihn, Geschichten über die Wiedervereinigung von Deutschland zu hören. Im Gegenzug erklärte er uns ein wenig das Schulsystem in Australien. Dabei tragen die Schüler sehr oft die Totems der Aboriginis auf ihren Uniformen oder Sportsachen. Ich fragt ihn dann, ob er auch die Geschichte der Abos unterrichtet, da dies wichtig sei, um die Vergangenheit von Australien aufzuarbeiten. Er verneinte es und auch ihm war das Thema unangenehm. Genau wie der Dame in Sydney. Aber er versteht auch nicht, warum es nicht auf dem Lehrplan steht. Wie schlimm ist das denn, wenn die Kids in Australien die Vergangenheit ihres eigenen Landes nicht vermittelt bekommen??? Phil versicherte uns, dass sich das eines Tages ändern wird. Spätestens, wenn es mal einen Generationswechsel in den großen Parteien das Landes gegeben hat. Die Älteren sind leider zu stur. Er hat uns später in ein türkisches Restaurant und in einem Pub eingeladen. Wir wollten eigentlich ihn einladen, um uns für die Unterkunft zu bedanken. Aber er meinte nur „My country, my rules“. Wir haben uns darüber sehr gefreut und nur gemeint, dass er auch bei uns in Deutschland immer willkommen ist. Es ist einfach nur toll, wenn man überall auf der Welt Freunde hat. Das ist das schönste, was einem auf so einer Reise passieren kann. Und so ging auch dieser Tag zu Ende und wir haben uns von Phil verabschiedet, da er am nächsten Tag früh arbeiten musste und wir weiter fahren wollten.

Am nächsten Morgen haben wir uns dann von Phils Papa John verabschiedet und ihm so gut es ging für alles gedankt, was er und seine Familie hier für uns getan hatten. Er meinte nur, dass dies absolut selbstverständlich sei und wir jederzeit willkommen sind. Auch wir haben ihn und seine Familie zu uns eingeladen, sollten sie mal in Deutschland sein. Die nächste Station für uns war dann Harry‘s Lookout, ein kleiner aber feiner Aussichtspunkt. Und danach sind wir in das Nahe gelegene Koala Hospital gefahren. Hier werden verletzte Koalas behandelt und wieder fit gemacht. Leider können die meisten nie wieder in die freie Natur entlassen werden, da ihre Verletzungen zu schwerwiegend sind. Die größten Feinde der Koalas sind Hunde und Autos. Es gibt einfach unglaublich viele Unfälle, vor allem, wenn Koalas auf Nahrungssuche sind. Die zwei bis drei Stunden am Tag, wo sie eben Nahrung suchen, erfordern es immer wieder ein paar Straßen zu überqueren. Und dann passieren eben diese Unfälle. Aber hier sind sie gut aufgehoben und die Leute kümmern sich gut um sie. Und wir haben auch etwas gespendet…

Später am Tag sind wir dann in einem sehr kleinen Ort namens Crescent Head angekommen. Phil hatte uns diesen Ort empfohlen, damit wir hier einen Surfkurs machen konnten. Da er nicht so bekannt ist, sind eben kaum Touristen vor Ort und man ist mehr für sich. Das fanden wir klasse. Wir haben einen Campingplatz gebucht, aber leider war der Trainer vor Ort selber gerade in den Urlaub nach Hawaii gefahren. So sind wir dann zu den Surfaris in der Nähe gekommen. Dieser Laden wird von einem Typen namens Ben betrieben, der uns gesagt hat, dass er ein paar Kids aus den USA am nächsten Tag surfen beibringen will. Und wir können mit einsteigen. Die Kosten beliefen sich auf 60 Dollar pro Tag pro Person. Das haben wir direkt für den nächsten Tag gebucht. Entsprechend aufgeregt waren wir und sind dann auch früh zu Bett. Denn am nächsten Tag hieß es um 6 Uhr aufstehen…

Sydney, Australien
Crescent Head, Byron Bay & Gold Coast, Australien

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