Christchurch & Banks Peninsula, Neuseeland

Die Reise von Australien nach Neuseeland verlief absolut problemlos. Wir sind um 04:30 Uhr in Brisbane aufgestanden und sind mit einem Uber zum Flughafen gefahren. Das Entertainment-System bei Air New Zealand war erstklassig und so verging die Zeit „wie im Flug“. Vor allem die Aussicht aus dem Fenster war bereits atemberaubend, da wir über die Gebirgskette des berühmten Mount Cook, dem höchsten Berg Neuseelands, geflogen sind. Die Einreise war da schon etwas spannender, da Neuseeland sehr strenge Regularien hat, was die Einfuhr von Camping-Ausrüstung, Essen und Medizin angeht. Nach der elektronischen Passkontrolle, ging es weiter zum Bioscanner. Hier wurden unser Tauch-Equipment, unsere medizinischen Produkte, unsere Wanderschuhe und unser Essen genauer unter die Lupe genommen. Neuseeland will damit sicher stellen, dass keine Bakterien und andere Erreger ins Land kommen, da das Ökosystem sehr empfindlich ist. Im Laufe der Berichte hier, werden wir euch noch mehr darüber erzählen.

Die Einreise verlief ohne weitere Probleme. Da Kathi schneller durch war als ich, hat sie bereits zwei SIM-Karten organisiert, damit wir uns gleich bei den Budget Campers, bei denen wir den Campervan gebucht hatten, melden konnten. Wir haben knapp 60 Neuseeland-Dollar für 10 GB Daten für zwei Monate bezahlt. Das war schon mal teurer, als in Australien. Die Kollegen von den Budget Campers haben uns am Flughafen abgeholt und uns zur Abholstation gebracht. Schnell haben wir den Papierkram erledigt, um uns mit unserem neuen Camper in ein neues Abenteuer zu stürzen. Der Camper war Baujahr 1999 und hatte knapp 750.000 Kilometer auf dem Tacho. Wir tauften ihn Elfriede. Die Ausstattung war etwas schlechter, als bei Walle:E. Es fehlten z.B. eine Klimaanlage und eine Mikrowelle. Zudem hatte Elfriede unglaublich viele Dellen. Anstatt mit Diesel fuhr sie mit Benzin, was wir im Laufe der Reise vor allem im Geldbeutel merken sollten. Wir hatten leider gleich ein komisches Gefühl bei der Abholung, da einer der Kollegen bei den Budget Campers einem anderen Kunden am Telefon erklärt hatte, dass er während seiner Mietzeit zum TÜV muss. Naja, wir sind dann erstmal los. Es warteten ein Essen und ein Supermarkt auf uns.

Im Countdown, einem der Supermärkte in Neuseeland, hat uns erstmal der Schlag getroffen. Im Vergleich zu Australien und auch Deutschland, waren die Produkte hier unglaublich teuer. Bei mir ging im Kopf direkt die Rechnerei los. Ich hatte nur noch den Tagessatz im Blick. Und dazu kam noch die Tatsache, dass es einfach nur Mist zu kaufen gab. Obst und Gemüse waren das Teuerste, was man hier kaufen konnte. Logisch, ist ja auch viel zu gesund. Etwa 150 Dollar später, haben wir in einem Wohngebiet in Christchurch, einen Stellplatz gebucht. Er hieß Robert‘s Retreat. Es war ein privates Haus von einem Typen namens Robert und wir konnten mit Elfriede auf seinem Hof parken. Dazu gab es Strom und ein Gemeinschaftsbad. Robert war wie ein alter Kriegsveteran, denn er sammelte Modelle von Kriegsschiffen und spielte den ganzen Tag mit dem Landwirtschafts-Simulator an seinem Laptop. Hat man einmal angefangen mit ihm zu reden, dann kam man nicht mehr weg. Das habe ich dann eher Kathi überlassen 😉 Während sie seinen Geschichten lauschte, redete ich mit Jule, die auch hier wohnte, um ein paar Tipps für Neuseeland zu bekommen. Danach sind wir sichtlich geschafft ins Bett gefallen.

Am nächsten Tag haben wir Christchurch erkundet. Wir konnten vom Haus aus direkt laufen, was uns die Suche nach einem Parkplatz erspart hat. Unsere erste Station war die New Regent Street, welche die schönste Straße von ganz Neuseeland sein sollte. Sie beeindruckte mit kleinen Häusern im viktorianischen Stil und lädt mit kleinen Cafés und Souvenirshops zum Verweilen ein. Hier kann man echt tolle Bilder machen. Das Wetter hat auch gepasst und so hat der Tag schon mal super begonnen.

Wir sind dann weiter in Richtung Innenstadt gelaufen. Dabei haben wir natürlich auch einen All Blacks Store erkundet. Die All Blacks sind das nationale Rugby Team von Neuseeland, die vor jedem Spiel einen Haka, eine Art Kriegstanz, aufführen. Damit schüchtern sie ihre Gegner immer wieder aufs Neue ein. Es ist eine Tradition der Maori, den ersten Einwohnern Neuseelands, welche heute weltweit bekannt ist. Hier merkt man schon mal einen deutlichen Unterschied zu Australien, denn die Neuseeländer stehen zu ihrer eigenen Geschichte und leben deren Traditionen auch noch heute!!! In der Innenstadt steht eine alte zerfallene Kirche, welche an das große Erdbeben aus dem Jahre 2011 erinnert. Seit 2017 befindet sich die Kirche im Wiederaufbau. Weiter ging es mit einem Mittagessen, welches wir gegenüber der Bridge of Remembrance eingenommen hatte. Das ist der Triumphbogen von Christchurch, welcher ebenfalls ein Wahrzeichen der Stadt darstellt. Dieses Kriegerdenkmal ist den toten Soldaten des 1. Weltkriegs gewidmet. Spätere Konflikte mit Borneo, Korea und Vietnam sind hier ebenfalls berücksichtigt.

Wir mussten aber immer noch ein paar Sachen im Supermarkt einkaufen und so sind wir in einen Pak‘n‘Safe, dem billigsten Supermarkt von Neuseeland, gegangen. Hier sieht es wie in einer riesigen Lagerhalle aus und man bekommt die großen Familienpackungen zu kaufen. Nach dem Einkauf, bekommt man einen Gutschein für die dazugehörige Tankstelle. Insgesamt kann man sechs Cent pro Liter sparen, was sich aufgrund des deutlich höheren Benzinpreises, lohnt. Auch hier war Australien DEUTLICH billiger. Wer hätte gedacht, dass Neuseeland bei allem teurer ist, als Australien? Wir nicht… Da Christchurch doch recht klein ist und gar nicht so viel zu bieten hat, sind wir nach dem Besuch in einem netten Café, welches sich in einem alten Postgebäude befand, gleich weiter nach Akaroa gefahren.

Akaroa liegt auf der Banks Peninsula, der Banks Halbinsel, im Osten von Christchurch. Die Fahrt nach Akaroa war unglaublich schön. Es ging die ganze Zeit nach oben und Elfriede hatte sichtlich Probleme damit. Der zweite Gang war dabei mein bester Freund und die Autofahrer hinter uns, haben uns gehasst. Es war eben nicht ganz so einfach, die Strecke zu fahren. Dafür war sie umso schöner. Wir denken, die Bilder hier sprechen für sich. Wir haben hier einen kleinen Campingplatz angefahren und haben uns ein leckeres Thai Curry gekocht. Wir hatten nun das Gefühl, endlich in Neuseeland gekommen zu sein 🙂

Am nächsten Morgen sind wir durch Akaroa gelaufen. Dieses Dorf versprüht unglaublich viel französischen Flair. Das liegt daran, dass im Jahre 1838 ein französischer Walfang-Kapitän mit den Maori hier einen Deal gemacht hat. Er ließ sich für Geld etwas Land reservieren und so dauerte es nicht lang und die ersten französischen Siedler kamen hier her. So wurde 1840 Akaroa gegründet. Als Tourist merkt man dies an den französisch aussehenden Häusern, wie auch am leckeren Baguette, welches man in den Bäckereien kaufen kann. Und natürlich gibt es auch die typischen kleinen Cafés. Ich selbst habe mir bei einem Metzger selbst gemachte Blutwurst gekauft, die ich so sehnsüchtig aus Deutschland vermisst habe. Und Käse haben wir auch gleich gekauft.

Nachdem der Vormittag hier zu Ende ging, sind wir weiter nach Burnham zur Straight 8 Estate Winery gefahren. Es war mal wieder Zeit für eine Weinprobe und wir wollten mal die Freundlichkeit der Neuseeländer testen. Man hört ja überall nur Gutes drüber. Zugegeben, die Dame hier war sehr nett, aber doch auch etwas ruppig in ihrer Art und Weise. Der Wein war gut und wir bekamen tolle Tipps für unsere weitere Route. Anstatt direkt weiter nach Süden zu fahren, haben wir beschlossen, einen Bogen durch das Landesinnere zu machen. Dazu später mehr.

Die Weine hier sind primär weiß, da Neuseeland deutlich kühler als Australien ist. Die einzige rote Traube hier ist die Pinot Noir, von der wir nicht gerade ein Fan sind. Dafür sind die Weißweine sensationell. Vor allem der Chardonnay und der Sauvignon Blanc begeisterten uns immer wieder. Für uns ging es danach auf einen Campingplatz in Timaru, wo wir unsere Flüge nach Tahiti und Samoa gebucht hatten. Freut euch auf den nächsten Artikel, denn dann geht es durch das zentrale Canterbury.

Cairns und das Great Barrier Reef, Australien
Lake Tekapo, Mount Cook, Oumara & Moeraki, Neuseeland

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