Cairns und das Great Barrier Reef, Australien

Der Traum eines jeden Tauchers. Das Great Barrier Reef…

Bei diesem Artikel möchten wir uns vorab für die wenigen Bilder entschuldigen. Da wir hier fast nur getaucht haben, sind eben mehr Videos als Bilder entstanden. Ihr seht das Resultat später in Kathis Video. Dennoch möchten wir die Erlebnisse von Cairns auch hier mit euch teilen.

Für das Ende unserer Australienreise haben wir uns ein „großartiges“ Highlight aufgehoben. Wie die meisten von euch ja wissen, sind Kathi und ich leidenschaftliche Taucher. Und jeder, der gern taucht, möchte einmal in seinem Leben, im Great Barrier Reef tauchen. Und so haben wir einen Trip in das äußere Great Barrier Reef gebucht. Insgesamt wollten wir drei Tage und zwei Nächte auf einem Schiff mitten im Ozean verbringen. Unsere Wahl fiel auf die Ocean Quest, welche von den Divers Den betrieben wird. Unser Startpunkt war die kleine Stadt Cairns, in die wir von Brissy aus geflogen sind, weil die Distanz mit dem Campervan einfach zu viel groß gewesen wäre. Wir hätten hier nochmal mehr als 1.000 Kilometer zurück legen müssen und so haben wir das Ganze eben abgekürzt. Unsere Freundin Britt hat uns am Morgen zum Flughafen gebracht. Wir haben auch nur einen großen Rucksack mitgenommen, da wir den Rest bei Ben und Britt lassen konnten. Wir konnten nach unserem Ausflug ans Great Barrier Reef nochmal eine Nacht bei ihnen schlafen, da unser anschließender Flug nach Neuseeland von Brissy aus ging.

Unser Hostel hatte einen kostenlosen Shuttle Service und so sind wir umsonst ins Caravella Backpackers Hostel gefahren. Wir hatten ein Doppelzimmer gebucht. Da wir mal wieder großen Hunger hatten, haben wir uns direkt um die Ecke einen Burger gegönnt. Beim Spaziergang entlang der Strandpromenade, ist uns aufgefallen, dass hier große Teile des Strandes überschwemmt gewesen sind. Wir konnten noch die Säcke hier liegen sehen. Vor einiger Zeit hatten wir bereits gehört, dass der Staat Queensland von einer Flutkatastrophe überrannt wurde. Die Stadt Townsville hat es dabei am schlimmsten getroffen. Aber auch Cairns hatte damit etwas zu kämpfen. Wir hofften mal, dass das Great Barrier Reef nicht davon betroffen war. Es gab sogar Gerüchte, dass die australische Regierung bewusst einige Dörfer mit Abos absaufen lassen hat und auch Hilfe untersagt hat. Wenn das stimmt, dann wäre das zu krass. Was aber auf jeden Fall stimmt, ist die Tatsache, dass ungefähr eine Millionen Tonnen Schlamm, den es nach der Flut zu beseitigen gilt, nun ins Great Barrier Reef gepumpt werden sollen. Angeblich haben sogar Wissenschaftler bestätigt, dass dies keine negativen Auswirkungen auf das Riff haben soll. Wer glaub denn sowas??? Also ihr seht, dass Australien von ähnlichen Hohlbirnen regiert wird, wie Deutschland.

Am nächsten Tag ging es in der Früh gleich zu den Divers Den. Wir wurden nach dem Frühstück gegen 07:30 Uhr von einem kostenlosen Shuttle abgeholt. Innerhalb einer Stunde wurden wir im Büro der Divers Den abgefertigt. Das heißt, wir haben alle Unterlagen bekommen, konnten unser Gepäck dort lagern und sind mit dem Nötigsten in Richtung Hafen gefahren. Wahnsinn!!! Selten haben wir eine derart professionelle Crew gesehen. Und das sollte sich fortsetzen. Denn an Bord der Sea Quest, welche uns zur Ocean Quest bringen sollte, gab es gleich das erste Briefing durch einen Engländer namens Olly. Das war das BESTE Briefing, was wir je bekommen haben. Die Jungs hier nehmen den Tauchsport ernst und als Kunde fühlt man sich dadurch bestens aufgehoben. Glaubt es oder nicht, aber das Briefing für den ersten Tauchgang am Norman Reef hat über eine Stunde gedauert. Das hatten wir noch nie!!! Warum machen die das so? Nun, man taucht hier ohne einen Guide. Da wir alle den Advanced Open Water Schein hatten, war das auch kein Problem. Nur hatten wir das noch nie gemacht, da bisher immer ein Guide dabei war.

Und so bekamen wir unsere Ausrüstung, welche aus einem 1mm langen Wetsuit und allem was dazu gehört, bestand. Der lange Anzug war nötig, da hier gerade Quallensaison war. Und so sind Kathi und ich das allererste Mal ohne einen Guide tauchen gegangen. Für die Navigation habe ich mich in der Verantwortung gesehen und mit Kathi vorher die entsprechenden Zeichen durchgesprochen. Und der erste Tauchgang war bereits der Knaller. Wir sahen unter anderem zwei große graue Riffhaie, die ziemlich nah an uns heran gekommen sind. Da wird einem schon anders. Die hatten eine Länge von gut zwei Meter. Und die Navigation hat super geklappt. Kathi war sich einmal unsicher, aber ich wusste, wo es lang ging. Komisch, über Wasser ist es immer umgekehrt. Da weiß ich nie, wohin wir müssen und Kathi ist der Kompass unter uns.

Alles in allem, war der Tauchgang unglaublich geil. Danach ging es mit der Sea Quest dann endlich zur Ocean Quest. Wir bekamen unser Zimmer, welches aus einem Bad und einem Schlafraum bestand. Es gab zwei Einzelbetten und jede Menge Stauraum. Das war größer, als wir es erwartet hatten. Danach gab es ein Mittagessen und es ging direkt ans Saxon Reef für einen zweiten Tauchgang. Auch dieser war unglaublich toll und wieder hat die Navigation super funktioniert. Ja, die Korallen sind natürlich auch hier ausgeblichen, aber dennoch existiert hier unglaublich viel Leben…

Nun haben wir zusammen überlegt, ob wir einen Nacht-Tauchgang machen. Kathi hatte noch nie einen gemacht und ich hatte nicht unbedingt die besten Erinnerung daran. Auf einem Boot wie diesem ist es so, dass man so viel tauchen kann, wie man will. Man entscheidet das einfach. Und wir haben uns für den Nacht-Tauchgang entschieden. Da Kathi aber eben noch nie einen hatte, mussten wir einen Guide dafür bezahlen, mit uns zu gehen. Ganz ehrlich, das war auch besser so. Denn da unten ist es nachts so dunkel, dass man sich schon schneller verirren kann. Mit einer Taschenlampe ausgestattet ging es dann runter. Und was wir hier erleben durften, hat alles in den Schatten gestellt. Wir waren umgeben von unzähligen Haien und anderen großen Raubfischen, die gerade auf der Jagd nach Nahrung waren. Alle kleinen Fische, die wir mit unserer Taschenlampe angeleuchtet haben, wurden sofort von Haien oder Travellys, einer Art Thunfisch, gegessen. Primär waren es Weißspitzen-Riffhaie. Das Verrückte war, dass die einfach überall waren. So ein Spektakel unter Wasser hatten wir noch nie erlebt und wir sind voller Adrenalin zurück gekehrt und ins Bett gefallen. Denn an diesem Tag hatten wir bereits drei Tauchgänge hinter uns.

Doch die Nacht war nicht ganz so angenehm. Das Boot hat ganz schön geschaukelt und ein paar Wellen haben in der Nacht jeden aufgeweckt. Sie sind so stark gegen das Boot geknallt, dass man dachte, dass irgendwas runter gefallen ist. Gut, das war nicht weiter schlimm, denn um 05:45 Uhr wollten wir zum Sunrise Dive aufstehen. Das ist der erste Tauchgang des Tages, der noch vor dem Frühstück statt fand. Um 6 Uhr waren wir dann schon unter Wasser. Und vor dem Mittagessen ging es dann noch zweimal runter. Und vor dem Abendessen ging es ebenfalls nochmal runter. Und wieder haben wir uns für einen Nacht-Tauchgang entschieden. Das waren insgesamt fünf Tauchgänge am Tag. So viele hatten wir noch nie zuvor an einem Tag gehabt. Und das ist in der Tat sehr anstrengend, aber auch beeindruckend, da das Great Barrier Reef wirklich toll zum Tauchen ist.

Allerdings ist uns eine Sache beim Nacht-Tauchgang an diesem Tag sauer aufgestoßen. In unserer Gruppe war eine ältere Dame aus Osteuropa, die hier anscheinend eine Solo-Show abliefern wollte. Permanent hat sie ihren Buddy verlassen und ist durch die gesamte Gruppe kreuz und quer durch getaucht. Dabei hat sie mir fast den Atemregler aus dem Mund getreten und Kathi hat fast ihre Maske verloren. Und das bei einem Nacht-Tauchgang. Wir haben mehrfach versucht ihr zu signalisieren, dass das mies ist, aber es war ihr egal. Naja, Kathi und ich haben dann eben noch mehr aufeinander aufgepasst, damit nichts passiert.

Die Schnorchler hatten in dieser Nacht auch ihren Spaß. Sie wurden am hinteren Teil des Schiffes auf einem Rampe gelegt, welche dann ins Wasser gelassen wurde. Mit Maske, Schnorchel und Taschenlampe ausgestattet, haben sie das Treiben unter Wasser beobachten können. Dabei wurde Judy, eine Amerikanerin, die wir hier kennen gelernt hatten, von einem Hai mit der Flosse ins Gesicht geschlagen. Das war vielleicht witzig. Wie ihr seht, alle hatten hier ihren Spaß 🙂

Nun brach auch schon der letzte Tag an Bord der Ocean Quest an. Wieder sind wir gegen 6 Uhr für den Sunrise Dive abgetaucht und nach dem Frühstück gab die zwei letzten Tauchgänge. Davon war einer etwas schwierig. Wir sind an der Leine des Bootes runter auf 15 Meter gegangen und konnten das Riff auf der anderen Seite nicht sehen. Wir wussten aber, dass es da ist. Die Sicht war an diesem Tag eben etwas schlechter. So sind wir ins Blaue getaucht und nach ein paar Metern kam das Riff. Ich hatte mir dann die Stelle gemerkt, wo wir auf das Riff getroffen sind. Im Sand waren zwei Büsche, die wie ein Tor aussahen. Und so sind wir los getaucht. Blöd war nur, dass die ganze Zeit solche Büsche an unserer Seite waren. Ich hoffte halt mal, dass ich die gleichen wieder finden würde.

Und natürlich haben wir die Büsche am Ende wieder gefunden. Allerdings mussten wir wieder durch das Blaue tauchen, um das Seil vom Boot zu finden. Und irgendwie war da kein Seil. Ich war etwas verwirrt, weil ich mir sicher war, dass wir richtig waren, aber es kam nichts. Da hat Kathi mich am Arm gepackt und etwas mehr nach rechts gezogen, bis das Seil kam. Ich hatte nicht bemerkt, wie die Strömung mich in einer andere Richtung gedrückt hat. Tja, da war die liebe Kathi für mich da und hat es gerichtet. Ich kann nur sagen, dass wir durch diese vielen Tauchgänge hier ein noch viel besseres Buddy-Team geworden sind. Es hat alles wunderbar geklappt. Auch die Navigation. Und da waren wir auch ein wenig stolz auf uns.

Und so fuhren wir nach dem Mittagessen wieder zurück nach Cairns. Die drei Tage an Bord der Ocean Quest waren vorbei und wir können euch einen Trip mit diesen Jungs nur empfehlen. Warum? Nun, es ist zuerst mal ein Familienbetrieb, der extrem professionell geführt ist. Ein Mitbewerber namens Pro Dive Cairns gehört z.B. dem Quicksilver-Unternehmen. Und es ist doch immer besser, eine lokale Familie zu unterstützen, oder?. Außerdem bekommt ihr hier etwas für euer Geld. Wir sind innerhalb der drei Tage zwölf Mal getaucht. Dadurch kommt man unter 40 Euro pro Tauchgang. Und dazu hat man eine Unterkunft mit Vollpension. Was will man da mehr??? Also auf ans Great Barrier Reef mit euch. Es ist nicht so teuer, wie man immer hört. Und taucht mit den Divers Den!!!

In Cairns selbst, haben wir dieses Mal im Mad Monkey Hostel übernachtet. Wir musste 24 Stunden warten, bis wir wieder fliegen konnten. Viel gemacht haben wir nicht mehr, da wir einfach nur schlafen wollten. Es war einfach alles zu anstrengend. Wir haben essen bestellt und im Internet recherchiert, wie unsere Reise durch die pazifischen Inseln verlaufen soll. Und am nächsten Tag ging es zurück nach Brissy. Mit dem Uber sind wir dann in eine Bar in der Nähe von Bens und Britts Wohnung gefahren. Cat uns dann den Schlüssel von Britt gebracht und wir konnten in die Wohnung rein, noch bevor Ben und Britt von der Arbeit kamen. Wir haben dann unsere Sachen für die große Reise nach Neuseeland gepackt. Und wir waren wieder mal etwas wehmütig, da uns Australien einfach unglaublich gut gefallen hat. Insgesamt waren wir knapp zwei Monate hier.

Abends haben Ben und Britt nochmal für uns gekocht und wir haben unser Lieblings-Kartenspiel Cambio gespielt. Es gab mexikanisches Essen. Das Spiel ist einfach irre. Da vor allem ich einen sitzen hatte, habe ich auch verloren. Man muss sich schon extrem konzentrieren, wenn man da gewinnen will. Und dann kam die große Verabschiedung am Abend, weil wir extrem früh zum Flughafen mussten. Wir wissen nicht, wann wir uns wieder sehen werden, aber war waren dankbar für die Tage, die wir zusammen hatten. Wir hoffen einfach, dass es irgendwann mal wieder klappen wird. Und sollten die beiden mal nach Deutschland kommen, dann kommen sie natürlich auch zu uns. Und wer weiß, vielleicht gehen wir mal wieder nach Australien. Auf jeden Fall haben wir mit den beiden zwei sehr liebe Menschen kennen gelernt, die wir gern unsere Freunde nennen…

Abschluss

Oh man, wo sollen wir bei Australien nur anfangen. Dieses Land war einfach unglaublich für uns. Wir hatten hier so viel Zeit und haben so viel erlebt und können das hier auch nur schwer zusammen fassen. Checkt einfach demnächst mal Kathis Video. Dann seht ihr, was wir meinen. Fakt ist, dass vor allem die Leute hier unglaublich nett, lieb und entspannt sind. Das ist immer das Erste, was uns in den Sinn kommt. Vor allem, wenn man es mal mit anderen Ländern vergleicht.

Die Tierwelt Australiens ist ebenfalls der Wahnsinn. Hier gibt es so viel zu entdecken, was man noch gar nicht kennt. Und dann das Wetter, das Surfen und der Wein. Ach, wir vermissen es ja jetzt schon ein wenig. Und natürlich auch Phil, Ben und Britt. Und ihre Eltern. Das war einfach nur toll. Aber wir haben leider auch die Schattenseiten des Landes erleben dürfen. Neben vielen vielen politischen Fehlentscheidungen, die momentan getroffen werden, ist es vor allem der Umgang mit den Aborigines, den wir nicht gut heißen können und wollen. Wir wünschen uns, dass dies künftig besser geregelt wird, damit hier alle Menschen zusammen gut leben können. Aber das ist noch ein sehr langer und schwerer Weg dorthin.

Für uns hieß es nun: Neuseeland, wir kommen. Also auf nach Christchurch…

Brisbane, Australien
Christchurch & Banks Peninsula, Neuseeland

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Enter Captcha here *