Brisbane, Australien

Ein paar Tage Alltag nach knapp zwei Monaten auf der Straße…

Ja, nun war der Tag gekommen. Wir mussten unseren geliebten Campervan Walle:E nach etwas mehr als sechs Wochen wieder abgeben. Und darüber waren wir sehr traurig. Warum? Nun, man baut tatsächlich ein Beziehung zu so einem Fahrzeug auf. Wir sind zusammen knapp 5.000 Kilometer durch Australien gefahren und haben hier gekocht, geschlafen und einfach extrem viel Zeit verbracht. Nun haben wir unsere Sachen zusammen gepackt, Walle:E von innen und außen geputzt und alle elektrischen Geräte wieder ausgeschaltet. Unser Liebling war nun bereit zur Abgabe. Wir sind in einen äußeren Bezirk von Brisbane gefahren und haben uns dort in einer Autovermietung von ihm verabschiedet. Und nach der Abgabe hat uns unsere Freundin Britt abgeholt.

Wir sind mit ihr zusammen in den Stadtteil West End gefahren, wo Britt und ihr Freund Ben ein brandneues Apartment bezogen hatten. Diese Wohnung war der Hammer. Weit oben in einem Hochhaus mit Blick auf die Stadt und den Sonnenuntergang. Und das Beste war, dass wir Zugang zum Pool hatten, der zu den dortigen Wohnkomplexen gehörte. Das ist hier in der Tat wichtig, da das Klima in Brisbane eher tropisch ist. Zusammen haben wir mit Cat und anderen Freundinnen von Britt am Pool entspannt und ein paar Drinks genossen. Wir fühlten uns sofort wohl und hatten für die Tage in Brisbane gar nichts geplant. Das tat nach all den vielen Kilometern so gut. Als dann Ben nach der Arbeit heim kam, haben er und Britt eine kleine Hausparty veranstaltet. Es war ja auch Freitag Abend und alle waren gut drauf. Cat und ihr Mitbewohner Jeremy kamen zu Besuch. Und zusammen haben wir gegrillt und gekocht und AFL, die australische Variante vom American Football, geschaut. Es war einfach nur schön, vor allem, weil wir Ben und Britt nach so langer Zeit endlich wieder gesehen hatten. Inzwischen waren ja schon wieder vier Monate vergangen…

Am nächsten Tag haben wir sehr lang geschlafen und nach einem ordentlichen Frühstück, sind wir alle zusammen zu einem AFL Spiel in der Nähe gefahren. Jeremys Mannschaft spielte heute. Es war interessant zu sehen, dass er überhaupt spielen konnte, da er am Abend vorher ganz schön einen sitzen hatte. AFL ist ein toller Sport. Man muss hier unglaublich viel rennen und es geht weniger um den Körperkontakt. Die Technik, wie man den Ball mit dem Fuß oder der Hand „kickt“, ist irre schwer zu lernen. Ben hat es mir beigebracht und zusammen haben wir eine Weile gespielt. Danach war ich ganz schön im Eimer 😉

Nach dem Spiel sind wir auf die West End Markets gegangen und haben dort geschlemmt. Es war ja auch schon wieder mittags. Da wir alle einfach nur abhängen wollten, ging es danach wieder an den Pool zurück. Wir haben Uno gespielt und ein paar Liter Moscow Mule mitgenommen, damit wir auch was zu picheln hatten 😉 Am Abend kam dann mein ehemaliger Kollege und Kumpel Andrew vorbei. Wir haben ein paar Jahre in der gleichen Firma gearbeitet und er selbst hat vor ein paar Jahren eine Australierin geheiratet. Und zusammen wohnen sie außerhalb von Brissy, wie die Einheimischen ihre Stadt nennen. Wir sind alle zusammen in einer Bar was trinken gegangen, aber die meisten von uns waren irgendwie müde.

So sind Andrew und ich am gleichen Abend allein durch die Stadt gezogen und der Rest ist nach Hause gegangen. Andrew und ich sind mit dem Lime Scooter in die Stadt gefahren. Das sind kleine Roller, die einen elektrischen Motor haben und dadurch bis zu 30 km/h schnell sind. Man aktiviert sie mit einer App auf dem Telefon und zahlt für die Strecke und die Zeit. Man kann sie überall abstellen und die App zeigt an, wo es neue Scooter gibt. Das hat unglaublich viel Spaß gemacht. Andrew und ich haben in der Boundry Street, die für Restaurants und Pubs bekannt ist, angefangen und sind später im Valley gelandet. Hier reihen sich Clubs, Bars und andere Lokalitäten aneinander. Sagen wir, es ist nur für Erwachsene 😉 Und man MUSS sich hier benehmen und IMMER einen Ausweis dabei haben. Sonst kommt man nirgends rein. Hintergrund sind viele Schlägereien in der Vergangenheit, wo die Leute nun überhaupt nicht mehr ins Valley dürfen. Glaubt es oder nicht, aber das wird geprüft. Und selbst wir haben an dem Abend zwei Schlägereien erleben dürfen. Ein Laden namens Netherworld ist mir besonders in Erinnerung geblieben, da man hier sämtliche alten Videospiele spielen konnte. Und dazu gab es leckeres Craft Beer…

Da ich entsprechend spät ins Bett gegangen bin, war ich am nächsten Tag etwas platt. Ben hat aber ein unglaublich gutes Frühstück gezaubert. Er hat alles Mögliche an Fleisch und Gemüse gegrillt und so war ich schnell wieder fit. Denn danach hat mich der liebe Ben mit zu einen Spiel namens Futsal genommen. Das ist die australische Variante vom Hallen-Fußball. Zusammen mit seinen kolumbianischen Kollegen, waren wir ein Team. Es gab vier Feldspieler und einen Torwart. Gespielt wurden sieben Minuten und wer zuerst zwei Tore geschossen hat, hat gewonnen. Oder nach den sieben Minuten war eben Schluss. Dadurch war es ein sehr intensives Spiel, wo man die ganze Zeit bei der Sache sein musste. Und jeder Fehler wurde gnadenlos bestraft. Alle Mannschaften haben gegeneinander gespielt. Wir haben zweimal verloren, einmal unentschieden gespielt und auch einmal gewonnen. Kathi, Britt und Cat haben während dieser Zeit Brissy mit dem Fahrrad unsicher gemacht 🙂

Und am gleichen Abend sind wir alle zusammen in ein türkisches Restaurant essen gegangen. Es war ein sogenanntes BYO Restaurant, wo jeder Gast seinen eigenen Wein mitbringen konnte. Und das haben wir getan. Wir haben die verschiedensten türkischen Platten bestellt und alles untereinander geteilt. Ich selbst hatte tolle Gespräche mit Andres, dem kolumbianischen Kollegen von Ben. Es war mega spannend zu hören, wie sich jemand wie Andres in Australien mit Job und Studium durchschlägt. Und ja, das Essen war unglaublich gut und so ging wieder ein Tag zu Ende.

Wie ihr seht/lest, haben wir in Brissy keine typischen Sehenswürdigkeiten angeschaut. Wir waren Teil des Alltags von Ben und Britt und das hat uns richtig gut getan. Man lernt ein Land bzw. eine Stadt eben nur durch seine Menschen kennen. Und durch nichts anderes. Der Alltag bestimmt das Ganze und man fängt an, sich wie zu hause zu fühlen. So gut hat es uns dort gefallen. An den restlichen zwei Tagen sind Kathi und ich shoppen gegangen, denn Kathi brauchte ja immer noch eine Wanderhose für das anstehende Neuseeland. Und endlich hat sie eine gefunden. Und natürlich auch einen Haufen anderer Sachen. Zusammen haben wir die Stadt auch mit dem Lime Scooter unsicher gemacht und die Zeit in Brissy in vollen Zügen genossen. Und ja, auch Kathi hat sich endlich mal zum Frisör getraut. Und das Ergebnis war mega gut. Ich war natürlich auch mal wieder 😉

Als Dankeschön für die Zeit, haben wir dann beschlossen, für Ben und Britt zu kochen. Und natürlich haben wir auch Cat und Jeremy eingeladen, die aber leider keine Zeit hatten. Wir haben Obatzda selbst gemacht und dazu gab es ein frisches Baguette. Brezeln sucht man ja eher vergebens. Und als Hauptspeise gab es Schnitzel mit bayrischem Kartoffelsalat. Alles ultra lecker. Kathi und ich haben es genossen, mal wieder so richtig gut zu kochen. Und Ben und Britt hat es richtig gut geschmeckt. Als Nachspeise folgt dann noch ein Käsekuchen im Glas mit Himbeeren.

Britt war dann am nächsten Tag noch so lieb und hat es zum Flughafen von Brissy gefahren, damit wir nach Cairns, unserer letzten Station in Australien, fliegen konnten. Aber das ist ein andere Geschichte. Wir sollten uns auf jeden Fall nochmal wieder sehen 🙂 Wieder haben wir bemerkt, dass wir die Zeit auf unserer Reise am besten genießen können, wenn wir sie mit lieben Menschen, die wir kennen lernen, teilen können. Und so haben Kathi und ich beschlossen, unsere Reise etwas zu ändern. Wir haben über ein Portal namens Workaway einige Leute auf den pazifischen Inseln kontaktiert, um bei ihnen leben und arbeiten zu können. Dafür sind eben Kost und Unterkunft. Wir sind schon sehr gespannt drauf, denn es zeichnet sich etwas auf Samoa ab.

Crescent Head, Byron Bay & Gold Coast, Australien
Cairns und das Great Barrier Reef, Australien

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.